Respektabler Auftakt mit Amateur-Truppe. Ohne den Profis Re’mon Nelson, Dejan Jeftic und Jason Chappel hielten die Dukes beim Titelfavoriten dagegen.

Von Daniel Wertheim. Erstellt am 30. September 2014 (16:34)
Talentprobe. Der 20-jährige Laurence Müller (rechts, gegen Hasan Zadeh) lieferte gegen Kapfenberg eine Talentprobe ab und hatte auch die zweitmeisten Spielminuten seines Teams.
NOEN, Pictorial / Sabine Krakora

KAPFENBERG - DUKES KLOSTERNEUBURG 78:62. Als hätte Dukes-Coach Robert Langer nicht ohnehin mit Verletzungspech zu kämpfen, ereilte ihn vor dem Match noch eine weitere Hiobsbotschaft: Re’mon Nelson und Dejan Jeftic waren zum Bundesliga-Auftakt nicht spielberechtigt.

Zusammen mit den Verletzten Jesse Seilern (Hand-OP) und Jason Chappell (Wadenverletzung) ein ordentliches Lazarett. Zu dem gesellte sich der erst zu dem Spiel fit gewordene Curtis Bobb, der nach nur 10 Minuten Spielzeit am Parkett ausrutschte und sich ohne Fremdeinwirkung am Knie verletzte - er fiel für das restliche Spiel aus.

Die Protagonisten waren daher andere: Die U22-Spieler Laurence Müller (30:41 Minuten) und Lenni Burgemeister (22:35) standen erstmals in der Starting Five und spielten so viel, wie noch nie in ihrer Bundesliga-Karriere. Auch die Youngsters Clemens Leydolf und Aldin Avdic durften im Finish schnuppern.

„Wir wussten ohnehin, dass Müller und Burgemeister viel spielen werden. Also haben wir sie gleich zu Beginn aufgeboten, um Kapfenberg zu überraschen. Coach Schrittwieser bereitet sich immer akribisch vor, die zwei hatte er aber sicher nicht am Spickzettel“, ging der Poker von Coach Robert Langer auf. Womit nämlich keiner, vor allem nicht die Gastgeber rechneten: Die zusammengewürfelte Rumpftruppe verkaufte sich erstaunlich gut. So gut, dass sie den amtierenden Supercupsieger mit einem 6:18-Blitzstart überrumpelte. Doch das Bild änderte sich schlagartig. Das restliche Viertel wurde von den Bulls dominiert und die Gastgeber stellten mit einem 19:2-Lauf auf 25:20.

Im zweiten Quarter hielten die Dukes dann aber weiter gut dagegen. Die Bulls führten zur Pause zwar mit 40:37 - für die anwesenden Fans war das alleine aber schon eine handfeste Überraschung.

Auch im dritten Viertel bot die junge Langer-Truppe dem Titelkandidaten Paroli. Mit aufholbaren sieben Punkten ging es ins Schlussviertel (58:51). Dem hohen Einsatz mussten die Dukes dann aber doch noch Tribut zollen. „Man muss ehrlich zugeben, dass Kapfenberg im Finish einfach noch mal an der Daumenschraube drehen konnte, während wir von Beginn an am letzten Zacken gelaufen sind, um überhaupt in der Partie zu bleiben“, mussten sich Robert Langers Jungs der Übermacht beugen.
 

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