Strandresort Barracuda vor Verkauf. Der Betreiber des Barracuda Resort im Strandbad fühlt sich von Stadtgemeinde und Bäderverwaltung im Stich gelassen und sucht aktuell einen neuen Besitzer für sein Projekt.

Von Christoph Nurschinger. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:24)
Der damalige Stadtrat Martin Czerny, Baumeister Karl Kazetl, Barracuda-Geschäftsführer Michael Müllner-Baatz, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Stadtrat Karl Schmid beim gemeinsamen Spatenstich im April 2017.
NOEN, privat

Noch im April 2017 setzte Barracuda-Geschäftsführer Michael Müllner-Baatz gemeinsam mit Bauherr Karl Kazetl, den Stadträten Martin Czerny und Karl Schmid sowie mit Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager zum gemeinsamen Spatenstich für das damals im Bau befindliche Barracuda Resort im Strandbad an. Seither dürfte die Zusammenarbeit allerdings nicht unbedingt nach den Wünschen der Betreiber verlaufen sein.

Zuletzt wurde die Immobilie sogar für einige Tage auf einer Onlineplattform zum Verkauf angeboten. Kostenpunkt: 550.00 Euro.

„Wenn es ein Einlenken der Stadtgemeinde gibt, kann ich mir auch vorstellen, doch nicht zu verkaufen.“ Michael Müllner-Baatz, Geschäftsführer Barracuda Resort

Wie der Geschäftsführer betont, habe dies allerdings nichts mit der wirtschaftlichen Situation zu tun, sondern damit, dass die Zusammenarbeit mit Bäderverwaltung und Stadtgemeinde sich nicht so entwickelte wie erhofft. „Wir sind absolut liquid und nicht in wirtschaftlichen Problemen. Es ist einfach so, dass der Stress und die viele investierte Arbeit sehr frustrierend sind, wenn wir keine Unterstützung erhalten, um unsere Situation weiter zu verbessern“, macht Müllner-Baatz keinen Hehl aus seinem Ärger.

Viel Frust bei Betreiber

Zusätzlich betont der Geschäftsführer, dass das Resort auch weiterhin in Betrieb bleibt, falls sich auf die Schnelle kein Käufer finden lässt: „Wir sperren jetzt nicht einfach zu, sondern führen den Betrieb weiter, bis wir einen Käufer finden. Wenn es ein Einlenken der Stadtgemeinde gibt, kann ich mir auch vorstellen, doch nicht zu verkaufen.“

Die Gründe für den angestauten Frust sind laut Müllner-Baatz vielfältig: „Wir kämpfen zum Beispiel seit Jahren darum, eine bessere Beschilderung für unser Resort zu erhalten, um noch mehr Kundschaft ansprechen zu können, aber wenn selbst solch kleine Dinge nicht gemacht werden können, dann wirst du langsam verzweifelt.“ Bei ähnlichen Projekten in anderen niederösterreichischen Städten hat man diese Probleme laut Müllner-Baatz nicht, was ebenfalls zum angesetzten Rückzug aus Klosterneuburg beiträgt.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager kann diese Vorwürfe nicht ganz nachvollziehen: „Wir hatten viele Gespräche, bei denen auch die Bäderverwaltung eingebunden war, und sind den Betreibern auf diversen Ebenen entgegengekommen.“ Was den Zankapfel der Beschilderung angeht, meint der Bürgermeister, dass man auch hier etwas getan hätte, man aber keinen der Betriebe im Strandbad bevorzugen könne. Über den geplanten Verkauf ist Schmuckenschlager allerdings nicht erfreut: „Ich habe den Elan und den Unternehmergeist sehr geschätzt, ich hoffe, dass die nächste Crew ähnlich motiviert ans Werk geht.“