Erstellt am 10. August 2011, 08:13

TOP-THEMA. NACHWUCHSFUSSBALL / Der ÖFB möchte den Clubfußball mehr zurück Richtung Straßen- und Wiesenfußball entwickeln.

VON DANIEL WERTHEIM

Unter dem Motto: Wir wollen das Rad der Zeit zurückdrehen startet der Österreichische Fußball Bund (ÖFB) eine neue Reform des Nachwuchsfußballs für die Kleinsten. Der Fußball für die jüngsten Kinder soll weg von Tabellen und Punkten und wieder zurück zum Wiesen- und Straßenfußball wandern. Wir wollen, dass Kinderfußball den Kindern gehört, und nicht überehrgeizigen Eltern oder Trainern, so NÖFV-Sportkoordinator Patrick Schuh in der Verbandszeitung des NÖFV.

Konkret gibt es ab sofort auch in bei den Unter 10-jährigen (U10) keine Ergebnisse, Punkte oder Tabellen mehr. Die Ergebnisse werden nur verdeckt an den Verband gemeldet, der die Teams so zueinander losen soll, dass keine Schützenfeste (demotivierend für Sieger und Verlierer), sondern möglichst ausgeglichene Paarungen entstehen.

U8-Turniere sollen ohne  Schiedsrichter stattfinden

 

Gleiches gilt, wie vergangene Saison, auch in der U9. In der U8 sollen keine Turniere mit Siegerehrungen organisiert werden, sondern nur bunte Spiele gegen- bzw. miteinander. Neu ist, dass gleichzeitig auch die Ersatzspieler auf einem zweiten Feld kicken sollen, damit immer alle Kids in Bewegung sind. Schiedsrichter soll es weder offizielle, noch inoffizielle geben. Am besten, es pfeift niemand, dann wird der Fairplay-Gedanke am besten gelebt, so Werner Köhler, Obmann des Jugendausschusses des NÖFV. Ein Kompromiss wäre, dass Spieler der älteren Nachwuchsteams das Spiel leiten, um selbst diese Erfahrung zu machen. Monika Hingsamer, stellvertretende Jugendleiterin des FC Olympique Klosterneuburg sieht die Sache zwiespältig: Der Gedanke ist absolut in Ordnung. Aber es ist organisatorisch ein großer Aufwand. Wir haben heuer beispielsweise drei U8-Teams gemeldet und sieben Wochen hintereinander jede Woche ein Turnier zu organisieren. Für jedes Turnier Helfer zu finden, ist schwer. Und ohne Schiris ist die Frage, wie lange es dauert, bis es zu Disputen zwischen Trainern oder Eltern kommt. Hoffentlich klappt das, wie es sich der Verband vorstellt.