Selina Loibner: Pilotin statt Bremserin. Die Bisambergerin Selina Loibner soll über den Europacup langsam als Nachfolgerin von Katrin Beierl aufgebaut werden.

Von Teresa Bruckner. Erstellt am 20. Mai 2020 (02:49)
Von der Bremserin zur Pilotin: Selina Loibner aus Bisamberg.
privat

Die Bisambergerin Selina Loibner, ursprünglich eine American-Football-Spielerin bei den Dacia Vienna Vikings und auch Teamspielerin, ist seit der letzten Saison im Bobsport aktiv. So wurde sie bisher als Bremserin von Olympiateil nehmerin Ka trin Beierl im Weltcup eingesetzt. Nun bekommt sie zusätzlich aber auch noch eine andere Möglichkeit: Sie soll langsam als neue Pilotin aufgebaut werden, um nach den Olympischen Spielen 2022 in Peking die Nachfolge von Beierl antreten zu können.

Freut sich auf die neue Herausforderung: Selina Loibner.
privat

„Dafür will mich der Verband nächstes Jahr ein bisschen in den Europacup einschleusen“, berichtet die 18-Jährige. Daher wird sie, je nachdem, wie oft sie im Weltcup von Beierl als Bremserin eingesetzt wird, teilweise auch als Pilotin und „Kapitän“ eines Bobs im Europacup starten: „Ich soll Erfahrung sammeln und neue Bahnen kennenlernen, damit ich nicht komplett neu anfangen muss, wenn Kati ( Baierl, Anm.) aufhört. Man braucht nämlich schon ein paar Jahre, bis man im Weltcup mithalten kann.“

Den größten Unterschied zu ihrer bisherigen Aufgabe wird sie allerdings erst im Winter merken: „Das Sommertraining unterscheidet sich eigentlich nicht, es müssen ja beide gleich schnell sein. Im Winter ist der Unterschied, dass die Piloten vor dem Training die Bahnbegehung machen müssen, sich die Kurven anschauen und Videoanalysen machen. Also die Piloten haben im Winter mehr zu tun.“

Bis zum Winter ist nun hartes Training angesagt. Dieses gestaltete sich allerdings in den letzten Wochen aufgrund des Coronavirus alles andere als einf ach: „Wir dürfen jetzt langsam wieder anfangen, im Leistungssportzentrum in St. Pölten zu trainieren, beziehungsweise habe ich jetzt auch wieder ordentliches Sprinttraining. Das läuft jetzt Gott sei Dank wieder langsam an. Aber davor habe ich halt auf meiner Terrasse trainiert und war am Feldweg laufen.“