Legende Jasna Kolar soll helfen. Mit Jasna Kolar-Merdan ist eine der besten Spielerinnen der Geschichte neue Trainerin bei den WHA-Damen aus Korneuburg.

Von Marius Garo und Peter Sonnenberg. Erstellt am 30. September 2014 (08:21)
NOEN, privat/Collage Rameder
Eine turbulente Woche endete für die Korneuburger Handballdamen doch noch versöhnlich: Nach der schweren Verletzung von Spielertrainerin Franziska Rath und dem Rücktritt von ihrem Co-Trainer Dieter Ripper wurde mit Jasna Kolar-Merdan eine prominente ehemalige Welthandballerin und Champions-League-Siegerin als neue Trainerin verpflichtet, die Rath zukünftig an der Seitenlinie unterstützen soll.

Nach Raths Verletzung „mussten wir einfach reagieren“

Dabei schien sich zunächst alles gegen die Korneuburger WHA-Damen verschworen zu haben: Zunächst gab Ripper bekannt, dass er die Coaching-Aufgaben bei den Spielen nicht mehr übernehmen kann.

Zudem stellte sich die Knieverletzung von Rath, erlitten beim Spiel gegen Feldkirch, fast schon wie befürchtet als schwerer heraus. Die Auswahl in der Aufbaureihe ist somit noch dünner geworden. „Da mussten wir einfach reagieren“, gab Sektionsleiterin Silvia Grill Einblick in ihre Gedanken.

Innerhalb kürzester Zeit ist es unter Mithilfe einiger dem Verein nahe stehenden Personen gelungen, die 57-jährige Kolar-Merdan als A-Lizenz-Trainerin für das junge Damenteam zu gewinnen.

Achtfache Champions-League-Siegerin soll Team führen

Bereits letzte Woche stand sie gemeinsam mit Rath, die ihre Verletzung in den nächsten Wochen auskurieren muss, beim Training in der Guggenberger-Halle. Kolar-Merdan ist achtfache Champions-League-Siegerin, zweifache Olympia-Medaillengewinnerin, war 1990 Welthandballerin und warf in 163 Spielen für das österreichische Nationalteam sagenhafte 1.206 (!) Tore.

„Sie wird ihre Handballphilosophie in das Konzept der Handball-Damen einbringen, und zwar den   Umbau der jungen Mannschaft mit möglichst vielen Eigenbauspielerinnen“, definiert Grill die Ziele der Zusammenarbeit. „Und gemeinsam mit Rath wird es ihre Aufgabe sein, diese Ziele auch zu erreichen.“

Bereits beim ersten Spiel gegen Atzgersdorf (siehe auch die dieswöchige Korneuburger NÖN, Seite 78/79) zeigte sich die Handschrift von Kolar-Merdan, auch wenn Grill weiß: „Es wartet noch viel Arbeit auf uns, aber alleine ihre Anwesenheit gibt unserer jungen Mannschaft Mut und Zuversicht.“


Zur neuen Trainerin

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NOEN, privat
Jasna Kolar-Merdan (Bild links ), geboren am 19. Oktober 1956 in Mostar, hat an den Olympischen Sommerspielen 1980, 1984 und 1992 teilgenommen.

Bei den Spielen 1980 in Moskau gewann sie die Silber-, vier Jahre später sogar die Goldmedaille mit Jugoslawien. Bei diesen Spielen wurde sie mit 48 Toren auch beste Werferin.

Im Jahr 1992 wurde sie bei den Olympischen Spielen in Barcelona mit Österreich Fünfte.

Zum Verein:

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NOEN, privat
In Zukunft soll Kolar-Merdan gemeinsam mit Franziska Rath (rechts) die WHA-Damen aus Korneuburg zu neuen Erfolgen führen.