Neuzugang: UHC Stockerau liebt „Spanierin“. Sommer-Neuzugang Ines Rein-Lorenzale war ein Glücksgriff für den UHC Stockerau und führt die Torschützenliste der Liga an.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 13. Januar 2021 (00:49)
Kaum zu stoppen: Stockerau- und Liga-Topscorerin Ines Rein-Lorenzale (r.).
Robert
Simperler

GRAZ - STOCKERAU 26:34. Sechster Sieg in Serie für den UHC Müllner Bau Stockerau, damit bleiben die Mädels von Coach Moshe Halperin weiter an der Tabellenspitze dran.

In Graz gab Isabel Bernhard im Tor den nötigen Rückhalt, schnelle Angriffe und ein überhartes Einsteigen der Gegnerinnen, das zu vielen Zeitstrafen führte, ermöglichten bald einen eindeutigen Vorsprung. Nach 18 Minuten führten die Weinviertlerinnen schon mit 14:6, „und das Spiel war eigentlich schon entschieden“, wie Wolfgang Kaindl, der sportliche Leiter, zufrieden resümierte. Ines Rein-Lorenzale steuerte zwölf Treffer zum Erfolg bei und hält damit bei einem Torschnitt von 8,3 – Liga-Bestwert. Die 26-Jährige, die erst vergangenen Sommer von Spanien nach Österreich zurückkehrte, entpuppte sich bisher als absoluter Goldgriff für die Lenaustädterinnen.

Dabei war ihre Verpflichtung alles andere als geplant, wie sie der NÖN verriet: „Ich habe mir einfach angesehen, welche Mannschaften für mich in Frage kommen, und Stockerau war für mich wegen des Cupsiegs von 2018 ein Begriff. So habe ich den Verein kontaktiert und es hat gepasst.“ Ihre Torjägerqualitäten relativiert der Neuzugang aber ein wenig: „Das ist schön und freut mich, aber wenn man weiß, dass ich alle Siebenmeter bei uns werfe, dann ist es schnell erklärt.“ ,Wie lautet das bisherige Saisonfazit? „Es läuft gut. Auch weil die Chemie bei uns passt“, freut sich ReinLorenzale, deren Nachname nicht nur zufällig spanisch klingt. Ist die Flügelspielerin doch halbe Spanierin, da ihr Vater aus Malaga stammt, wo sie die ersten drei Jahre ihres Lebens verbrachte. Auch zuletzt wohnte und lebte sie als professionelle Handballspielerin in Teneriffa, ehe die ehemalige Teamspielerin vor einem halben Jahr eben wieder nach Österreich zurückkehrte. Der Grund: ein Jobangebot beim europäischen Handballverband in Wien. „Bei mir dreht sich im Leben wirklich alles um den Handball (lacht)“, so ReinLorenzale. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Aufgrund ihrer Arbeit darf sie wegen des Interessenskonflikts nicht mehr für das rot-weiß-rote Nationalteam auflaufen.

Vorfreude auf das Live-Spiel auf Laola

Wie gut die Stockerauerinnen sind, wird das Spitzenspiel gegen Atzgersdorf am Samstag (17 Uhr) zeigen, das live auf www.laola1.tv übertragen wird. „Super für unsere Sportart“, weiß Rein-Lorenzale, die aber noch hinzufügt: „Aber da geht noch mehr, in Spanien müssen alle Spiele der obersten Spielklasse einen Live-Stream anbieten.“