Voller Medaillensatz: Frysak platzte noch der Knoten. Bianca Frysak (20) vom ÖTB TV Langenzersdorf konnte zum Saisonabschluss bei den Staatsmeisterschaften noch einmal ihr Können zeigen und blickt schon auf 2020.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 20. November 2019 (02:36)
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Nach der verpassten WM-Qualifikation und dem damit verbundenen Aus in Sachen Olympische Spiele 2020 waren die Staatsmeisterschaften in Graz eine wahre Wohltat für Kunstturn-Ass Bianca Frysak vom ÖTB TV Langenzersdorf. Die 20-Jährige holte Bronze im Mehrkampf, dazu Gold am Boden und Schwebebalken sowie Silber am Stufenbarren (Anm.: die NÖN berichtete). Jetzt zog Sie im großen Saisonabschlussinterview Bilanz.

Gratuliere zum perfekten Saisonabschluss! Das tat noch einmal so richtig gut, oder?

Bianca Frysak: Und wie, die Staatsmeisterschaften waren einfach unbeschreiblich für mich. Besser hätte es tatsächlich nicht laufen können. Ich habe in allen Bewerben, an denen ich teilgenommen habe, eine Medaille gewonnen.

Welche Medaille hat für Sie den größten Stellenwert?

Der Mehrkampf ist bei uns Kunstturnern ja nicht umsonst die Königsdisziplin. Dort hatte ich zwar kleinere Unsicherheiten, aber ich war sehr stolz auf meinen sturzfreien Wettkampf. Selbst ohne die Unsicherheiten wäre nicht mehr als Bronze drinnen gewesen. Dafür war der Abstand zu Rang vier groß und die beiden Mädels vor mir waren auch jene, die heuer bei der Weltmeisterschaft geturnt haben.

Emotionaler war es trotzdem an den Einzelgeräten, oder?

Genau, im hochkarätigen Balkenfinale, in dem keine einzige von uns fünf Turnerinnen vom Balken gefallen ist, was selten vorkommt, schaute für mich am Ende in einem wahren Hundertstelkrimi tatsächlich der erste Platz he raus. Ich konnte meine Wertung vom Vortag um einen ganzen Punkt steigern, was ziemlich viel ist.

Klingt so, als ob das für Sie ein Befreiungsschlag war?

Diesmal hatte ich das Glück auf meiner Seite und konnte endlich zeigen, was ich kann und meine Trainingsleistung abrufen. Das war so wichtig für mich und mein Selbstbewusstsein, dass es nun endlich auch im Wettkampf richtig gut geklappt hat. Ich denke, dass ich meinen darauffolgenden Sieg am Boden zum Großteil meinem Sieg am Balken zu verdanken hatte, da ich überglücklich und völlig ohne Druck in das Boden finale hineingehen konnte.

Wie geht es jetzt in den nächsten Wochen und Monaten weiter?

Im Moment trainiere ich sehr viel und intensiv im Olympiazentrum in Innsbruck, hauptsächlich Krafttraining. In der Halle liegt der Fokus auf der Verbesserung der Basis bzw. dem Erlernen neuer Elemente. Wettkämpfe stehen für mich erst wieder im Frühjahr an. Das nächste Großereignis, an dem ich teilnehmen möchte, ist die Team-EM im April in Paris. Um Weihnachten herum werde ich aber auch eine Woche ganz Pause machen, das ist nötig.