Andreas Vojtas Ziel? Top Ten bei der EM. Andreas Vojta (28) zeigte einmal mehr, warum er zu den besten Mittelstreckenläufern Österreichs zählt. In London löste er das Ticket für Berlin und hat dort große Ziele.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 30. Mai 2018 (02:00)
Bereit für neue Aufgaben: Andreas Vojta aus Gerasdorf.
ÖLV

Der Gerasdorfer Andreas Vojta schaffte vor Kurzem das EM Limit (28:55 Minuten) über die 10.000 Meter für die EM in Berlin (Anm.: die NÖN berichtete). Beim Europacup in London, der im Rahmen der „Highgate Harriers Night of the 10,000m PBs“ ausgetragen wurde, verbesserte Vojta seine Bestzeit aus dem Jahr 2012 um mehr als zwei Minuten auf 28:33,99. In der ewigen österreichischen Bestenliste schob er sich damit auf Platz fünf! Jetzt spricht der 28-Jährige über diesen Coup.

NÖN: Gratuliere zum EM-Limit, wie überraschend – oder auch nicht – war es?

Andreas Vojta: Also grob gesagt war mein Ziel, endlich die 29- Minuten-Marke zu knacken, und somit hatte ich natürlich auch das EM-Limit (28:55) fast schon automatisch im Auge. Die Trainings verliefen in letzter Zeit gut, ich war daher selbstbewusst und mir war klar, dass ich diese Marke auch knacken kann. Dass es dann 22 Sekunden unter dem Limit und damit eine 28:33 wird, hat mich natürlich gefreut. Da war ich selbst überrascht (lacht).“

Dabei waren es erst Ihre zweiten 10.000 m überhaupt, oder?

Vojta: Genau, es war quasi auch mein erster „richtiger“ 10.000-m-Wettkampf auf der Bahn. Damit auf Anhieb die Nummer fünf Österreichs zu werden zeigt, dass Potenzial für zukünftige Rennen sicher vorhanden ist.

Dabei hat Sie das tolle Flair und Ambiente in London zusätzlich motiviert?

Vojta: Das hat seinen Teil dazu beigetragen, auf der Bahn in London läuft man bei unglaublicher Atmosphäre sowohl auf der Ziel- als auch der Gegenge raden. Da rennst du auch etwa 50 bis 60 Meter durch ein Festzelt, somit wird einem bei den 25 Runden auch nie fad (lacht). Zusätzlich gab es ein gutes und dichtes Feld, wodurch ich immer jemanden zum „Anhängen“ hatte während dem Rennen.

An einen EM-Start denken Sie jetzt aber trotzdem nicht, oder?

Vojta: Nein, für mich diente dieser Lauf erst einmal als pas sender Einstieg in die Saison, nach einem ausgiebigen Ausdauerblock. Allerdings habe ich mit dieser Zeit auch mein Limit über die 5.000 m bestätigt, die ich nun für die EM in Berlin im August anstrebe.

Wie lautet da Ihr Fahrplan, damit Sie dort in Topform sind?

Vojta: Einen Einstieg über die 5.000 m werde ich nach aktuellem Stand am 16. Juni im deutschen Tübingen haben, wo ich auf ein starkes internationales Feld treffen werde – und dank dem Limit im Gepäck auch voll riskieren kann. Im Juni geht es unter Umständen sogar noch einmal für zwei bis drei Wochen ins Trainingslager nach St. Moritz, um dann in Berlin bei der Europameisterschaft unter die Top Ten Europas zu laufen!