Uhr als größter Gegner für Andreas Vojta. Andreas Vojta holte sich bei den Hallen-Staatsmeisterschaften in Linz Gold über die 3.000 Meter. Dabei war weniger die Konkurrenz, sondern eine schnelle Zeit das Thema.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 24. Februar 2021 (00:07)
Andreas Vojta
privat

„Alles ist nach Plan verlaufen“, freute sich das Gerasdorfer Lauf-Ass Andreas Vojta am Sonntagnachmittag im Ziel. Nicht nur, dass der 31-Jährige bei den Hallen-Staatsmeisterschaften in der Linzer Tips Arena souverän den Titel über 3.000 Meter erobert, sondern auch, dass die Marschrichtung zu den olympischen Sommerspielen nach Tokio diesen Juli/ August stimmt. Aber alles der Reihe nach:

1) Die Vorbereitung

Schweren Herzens entschloss sich Vojta im Vorfeld dieser Titelkämpfe, diesmal die 1.500 m auszulassen, obwohl er über diese Distanz zuletzt elf Mal in Serie den Staatsmeister titel holte. Doch in Hinblick auf die Olympiaqualifikation über 5.000 m wollte er diesmal die 3.000 m in Angriff nehmen.

Hintergrund die neuen Quali-Kriterien für Tokio, wo es nicht mehr um zeitliche Limits, sondern Punkte geht. Und bei nationalen Meisterschaften gibt es zusätzlich Bonuspunkte, wenn die Zeit passt. „Deshalb war mir klar, dass es keinen Sinn macht, einen Tag 1.500 und den anderen 3.000 m zu rennen. Ich wollte mich nur auf eine Strecke konzentrieren und dort Vollgas geben“, begründete Vojta seinen Verzicht. Die Vorgaben waren klar: Gewinnen und eine Zeit von ca. 7:54 zu laufen.

2) Das Rennen

„Es war irgendwie knifflig, weil die Platzierung weitaus einfacher zu erreichen war als die Zeit“, resümierte der Geras dorfer. Warum? Weil Vojta hochüberlegen zu seinem vierten Hallentitel über 3.000 m lief, aber dabei das Tempo gänzlich alleine bestimmen musste. Das gelang, obwohl er dabei einmal alle (!) Konkurrenten über rundete. Am Ende standen die anvisierten 7:54,18 Minuten zu Buche.

Wie überlegen er gewann, beweist ein Blick auf die Ergebnis- liste: Markus Hartinger wurde in 8:27,17 Zweiter, U20-Balkanmeister Emil Bezecny lief mit 8:32,79 neuen Wiener U18-Rekord und gewann Bronze. Trotzdem trennten Vojta und die beiden anderen Medaillenge winner Welten.

3) Die Europameisterschaft

Damit holte sich Vojta Selbstvertrauen für die Hallen-EM im polnischen Toruń, welche von 5. bis 7. März stattfindet. Dort hat der Weinviertler für sich selbst einen Stufenplan entwickelt: „Zunächst gilt es einmal den Vorlauf zu überstehen, danach im Finale wird es ohnehin nur eine Devise geben: Vollgas!“, erklärt Vojta und fügt noch hinzu: „Mit Blick auf die EM fühle ich mich nach den Staatsmeisterschaften gut vorbereitet. Ich bin bereit für 7:50 und schneller. Europa ist gerade sehr stark, dort werde ich das brauchen.“

4) Die Olympischen Spiele

Nach Polen geht es mit der Vorbereitung auf die Freiluft saison weiter. Die Herausforderung, um am größten Sportereignis der Welt teilnehmen zu können, ist klar: Die Top-42 der Weltrangliste am Stichtag lösen das Olympiaticket. Aktuell liegt Vojta irgendwo zwischen Platz 60 und 80. Was auf den ersten Blick ein wenig hoffnungslos wirkt, ist auf den zweiten eher hoffnungsvoll:

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Jahr 2020 aus der Wertung genommen und das war bekanntlich ein Traumjahr für den Gerasdorfer. „Das heißt, dass bei mir noch hauptsächlich 2019er-Ergebnisse drinnen stehen und da hatte ich noch bei Weitem nicht die Form von jetzt. Also wenn ich meine Leistung bringe, kann und werde ich noch sehr viele Plätze gutmachen.“