Großrußbacher Lukas Pachner löste das WM-Ticket. Der Großrußbacher Lukas Pachner (29) bekam einen Startplatz für die Snowboardcross-Weltmeisterschaft in Schweden.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 10. Februar 2021 (00:44)
Höhenflug in Schweden? Lukas Pachner will bei der WM im Snowboardcross um Medaillen mit fahren.
ÖSV

Der 29-Jährige wurde Ende letzter Woche nach einer internen Qualifikation auf der steirischen Reiteralm für seine Paradedisziplin nominiert. Dort fand am Dienstag (Anm.: nach Redaktionsschluss) die Qualifikation statt, donnerstags geht dann der Hauptbewerb über die Bühne. Kurz vor dem Abflug nach Schweden stand der Weinviertler der NÖN noch ausführlich Rede und Antwort.

NÖN: Gratuliere zum erhofften Weltmeisterschafts-Ticket, die Erleichterung ist dementsprechend groß, oder?

Lukas Pachner: Natürlich, es gab in der bisherigen Saison ja nur einen Weltcup, sonst gar nichts. Nicht einmal einen Europacup. Wenn ich dann die WM verpasst hätte, wäre es doppelt und dreifach bitter gewesen. Vor allem weil ich eine gute Vorbereitung hatte und mich körperlich zu 100 Prozent fit fühle.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in Schweden an den Start?

Pachner: Das Ziel kann nur sein, eine Medaille holen zu wollen. Sonst wäre ich bei so einem Großereignis fehl am Platz. Natürlich wird es verdammt schwer, aber wenn ich meine Leistung abrufen kann und ein bisschen Glück habe, warum nicht?

Wie sieht es mit dem Streckenprofil aus, ein Vor- oder Nachteil für Sie?

Pachner: Also ich denke, die Strecke könnte mir liegen. Sie ist ziemlich lang und ideal für Gleiter mit einem hohen Grundspeed. Das alles klingt wie eine Profilbeschreibung von mir (lacht). Zudem haben wir uns bei den Skicrossern informiert, die dort in den letzten Jahren schon gefahren sind.

Noch einmal zurück zur internen Qualifikation: Diese war ja nur deshalb nötig, weil es kaum Snowboardcross-Weltcups gibt. Warum ist das so?

Pachner: Gute Frage, hauptsächlich deshalb, weil das Interesse von Veranstaltern, unseren Bewerb durchzuführen, enden wollend ist, weil unsere Kurse deutlich komplexer sind als die bei Parallelslaloms oder Parallel-RTLs. Auch vor Corona gab es in einer Saison maximal ein halbes Dutzend Rennen, das ist einfach viel zu wenig. Heuer haben wir beispielsweise insgesamt nur sechs Weltcups, wobei einer (Anm.: die Reiteralm) jetzt erst kurzfristig eingesprungen ist.

Das klingt aber nach einer sehr düsteren Zukunft?

Pachner: Ich verlange von der FIS, dass sie da eingreift und uns einen fixen Rennkalender zuweist. Sonst wird unsere Sportart sterben, und das wäre ewig schade.

Was insofern absurd ist, weil die Publikumsresonanz groß ist, oder?

Pachner: Genau, ein Beispiel: Was war bei den letzten olympischen Winterspielen der Snowboard-Bewerb mit den höchsten Einschaltquoten? Genau, Snowboardcross. Irgendwie beißt sich die Katze in den Schwanz: Ohne genügend Bewerbe gibt es keine Sponsoren, die interessiert sind, weshalb die Veranstalter die hohen Kosten für die Streckenpräparierung eher meiden. Also ja, es ist absurd.