Sierndorf schafft Tischtennis-Sensation. 2.-Bundesliga-Herren lösten überraschend das Ticket für das Obere Play-off. So gut war man noch nie.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 17. Februar 2021 (00:52)
Nicht der unglaubliche Hulk, sondern der unglaubliche Janci: Sierndorfs slowakischer Legionär Tomas Janci war Vater des Erfolgs über die beiden steirischen Top-Teams Leoben und Gratwein.
TT Bundesliga/Franz Krestan

Eine unglaubliche Wende nahm die Meisterschaft der 2. Bundesliga für den TTV Sierndorf am vergangenen Wochenende. Mit Leoben und Gratwein standen dem TTV zum Abschluss des Grunddurchgangs zwei starke, aber lösbare Aufgaben ins Haus.

Die Ausgangslage war klar: Um endgültig das Ticket für das Mittlere Play-off zu lösen, sollte noch einmal gepunktet werden. Am Ende wurde es sensationell, denn nach zwei Siegen aus zwei Spielen stehen die Weinviertler vollkommend überraschendim Oberen Play-off – der bis dato größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des zweitstärksten Klubs im Bezirk Korneuburg.

„Über das obere Play-off sprachen wir nicht – nicht einmal innerhalb der Mannschaft.“ Sierndorfs Obmann Albert Wilder wollte keinen Druck machen.

Gegen Leoben am Samstag profitierten die Sierndorfer allerdings von einem unglücklichen Schritt der gegnerischen Nummer eins, Thomas Probst, in dessen ersten Einzel gegen Martin Kinslechner. Im fünften Satz bei 8:6 für Probst kippte sein linkes Knie weg. Sofort ging der Leobener mit Schmerzen zu Boden und musste seine Spiele verletzt aufgeben. Danach ging es Schlag auf Schlag für Sierndorf, da auch Dominik Tarmann gegen Simon Zündel gewann und Tomas Janci und Kinslechner in weiterer Folge kein Spiel mehr abgaben – 6:1. „Nach dem klaren Sieg gegen Leoben blieb mir nichts mehr übrig, als die Tabelle zur Hand zu nehmen, und da waren wir plötzlich auf Platz sieben, womit zum ersten Mal ein Auge Richtung Oberes Play-off geschielt hat“, so Obmann Albert Wilder. „Wir haben aus den vergangenen Saisonen gelernt, als wir einen medialen Hype um Entscheidungsspiele gemacht haben und dann bitter gescheitert sind. Über das Obere Play-off sprachen wir ncht – nicht einmal innerhalb der Mannschaft.“

Am Sonntag kam es dann zum Duell mit Gratwein. Gegen die kompakte steirische Mannschaft bedurfte es einer starken Leistung der Sierndorfer.

Keinen Hulk, aber dafür einen Janci

„Wir haben einen Janci“ könnte man ein Marvel-Filmzitat bezogen auf den Hulk aus Sierndorf umlegen, womit der Unterschied zu den Gegnern bereits auf dem Tisch lag. Der slowakische Olympionike im Dienste der Sierndorfer gewann seine drei Einzel auf unwiderstehliche Art: mit platzierten Flips, perfekten Blocks und perfekter Spielübersicht. Für die weiteren Siege sorgten Kinslechner und Tarmann gegen Philipp Walter, der erst im fünften Satz unterlag. Damit kam beim Stand von 5:4 das letzte Ass der Sierndorfer zum Stechen: Das Doppel Janci/Kinslechner, welches eine Bilanz von 7:2 Siegen aufwies. Allerdings traf man auf Buchreiter/Nepozitek, die noch ungeschlagen waren – bis zum Sonntagnachmittag, als die Sierndorfer das 6:4 fixierten.

Damit gelang der Sprung auf Rang sechs, der zugleich den letzten Platz für das Obere Play-off bedeutet. Jetzt erwartet der TTV mit Spannung die Auslosung des OPO.