Tiefes Mitgefühl. Nachwuchsfußball / Der plötzliche Tod eines oberösterreichischen Buben veranlasste Mutter aus dem Bezirk zu spontaner Aktion.

Von Melanie Kaller. Erstellt am 01. April 2014 (23:59)
Von Melanie Kaller

Der tragische Todesfall des zwölfjährigen Welser Nachwuchsfußballers Erdem Dogan, der am 9. März aufgrund einer Herzbeutelentzündung starb, hat auch im Bezirk Korneuburg Wellen geschlagen. „Ich habe den Zeitungsbericht darüber gelesen und wollte spontan ein Zeichen der Anteilnahme setzen“, so Bettina Hajek aus Hagenbrunn, die selbst Mutter eines Nachwuchsfußballers ist. „Zuerst wollte ich einen Kranz für das Begräbnis spenden, der sportliche Leiter des FC Wels hat mir dann aber gesagt, dass das Begräbnis in der Türkei stattfinden wird“, so Hajek.

So kam man auf die Idee, Fanschals zu sammeln. Mittlerweile hatten bereits andere Eltern und Vereinsvertreter ihr Interesse bekundet, die Aktion zu unterstützen. Zahlreiche Vereine aus dem Bezirk Korneuburg und der näheren Umgebung erklärten sich spontan bereit, mitzumachen. Bettina Hajek ist auf jeden Fall begeistert darüber, dass die große Fußballfamilie in solchen Situationen zusammenhält. „Wir konnten mit wenig Aufwand eigentlich viel bewirken“, so die Hagenbrunnerin.

Hohe Kosten für das Begräbnis

Vonseiten des FC Wels ist man auf jeden Fall überwältigt von der gezeigten Anteilnahme aus dem gesamten Land. „Wir haben im Vereinsheim eine eigene Trauerecke eingerichtet, und die Trainer und seine Mannschaftskollegen haben sich gemeinsam mit der Familie von Erdem einen Tag vor dem Abflug verabschiedet“, erzählt Franz Wohlmuth, sportlicher Leiter des FC Wels. Das Begräbnis des Kapitäns der Welser U13-Mannschaft fand bereits statt, alleine die Kosten für die Überstellung des Leichnams belaufen sich auf über 10.000 Euro. „Die Familie ist sehr arm, hier wollen wir ihnen auf jeden Fall helfen, die Kosten zu stemmen“, so Wohlmuth. Aus diesem Grund wird auch im Juli ein großes Nachwuchsturnier in Wels ausgetragen, dessen Erlös der Familie zugute kommen soll. „Das wird groß aufgezogen, wir wollen viele Vereine und Institutionen aus Wels und der gesamten Umgebung miteinbeziehen“, erklärt Wohlmuth.