Erstellt am 11. Januar 2017, 05:00

von Peter Sonnenberg

Dramatik im Derby: Janci verlor knapp. Trotz Galavorstellung von Tomas Janci verloren die Sierndorfer Bundesligaherren erneut knapp gegen die TTSG Weinviertel.

Stark. Die beiden Sierndorfer Tomas Janci (links) und Martin Kinslechner (re.).  |  TTv Sierndorf

Wenn der TTV Sierndorf auf die TTSG Weinviertel trifft, dann lacht das Weinviertler Tischtennisherz, und umso mehr, wenn das Derby so packend und dramatisch verläuft wie am vergangenen Samstag in der Sierndorfer Turnhalle. Eines vorweg: Wie schon im Hinspiel in der Bezirkshauptstadt hatten die Gäste das bessere Ende knapp für sich.

Und das, obwohl aufseiten der Gastgeber Tomas Janci, Ex-Teamspieler der CSFR und einer der stärksten Legionäre der 2. Bundesliga, wieder einen Traumtag erwischte und alle drei Einzel klar für sich entscheiden konnte. Selbst Ferenc Karsai, Österreichs ehemaliger Nationalteamtrainer, und Tomas’ Ex-Mannschaftskollege Richard Pöschl ließen sich dieses TT-Schmankerl nicht entgehen und applaudierten bei den wuchtigen Angriffsschlägen und unglaublichen Gefühlsbällen Jancis. „Er hat sein großartiges Können über die Jahrzehnte konservieren können, unglaublich“, schwärmte Sierndorfs Vereinsobmann Albert Wilder.

Warum reichte es aber trotzdem nicht zu Punkten? Zum einen holten Mistelbachs Legionäre Domonkos Kovács und William Maybanks jeweils zwei Einzelsiege. Und zum anderen steuerte auch TTSG-Kapitän Michael Steingassner einen Sieg gegen Michael Kufmüller bei. Dieser laboriert ja an einer Knieverletzung – er erhielt die Diagnose eines Teilabrisses im vorderen Kreuzbandes. Die Entwarnung, dass ungebremstes Training möglich ist, kam erst eine Woche vor dem Spiel.

„Ein Trainingsrückstand verbunden mit Unsicherheiten im Spiel war sichtbar“, seufzte Wilder. Punkte damit außer Reichweiter in diesem hochklassigen Derby. Deshalb reichte auch ein weiterer Einzelsieg von Martin Kinslechner nicht, um zu punkten. Trotz aller Umstände retteten sich die Sierndorfer aber ins entscheidende Doppel.

Eine Disziplin, in der die TTSG Weinviertel in der Vergangenheit noch Verbesserungspotenzial aufwies – nicht aber diesmal: Maybanks/Steingassner ließen im Entscheidungsspiel keinen Zweifel aufkommen, wer hier den Sieg mehr wollte. Mit einem 3:0-Sieg stellte die TTSG Weinviertel den 6:4-Endstand her – übrigens fast genau dasselbe Resultat wie zum Saisonstart (6:3). Dennoch war Wilder nicht unzufrieden: „Wir haben erneut mit einem Spitzenteam mitgehalten.“