Handballdamen holten Sieg nach Nervenschlacht

Riesenjubel beim UHC Stockerau: In einer dramatischen Partie um den Europapokal wurde der Schweizer Verein HSC Kreuzlingen ausgeschaltet.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 04:02
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Grenzenloser Jubel. Stockeraus Torfrau Isabella Fritz Castro (in Blau) avancierte im Siebenmeterschießen gegen Kreuzlingen zur Matchwinnerin.
Foto: Robert Simperler

Was für ein Drama am Samstagnachmittag vor 450 begeisterten Zuschauern in der Sporthalle Alte Au in Stockerau! Nach dem 24:27 am vergangenen Wochenende in Kreuzlingen egalisierte der UHC Müllner Bau Stockerau mit dem 27:24 im Rückspiel das Ergebnis.

Im anschließenden Siebenmeterwerfen hatten die Damen von Cheftrainer Moshe Halperin die besseren Nerven und verwandelten vier der fünf Strafwürfe zum 31:26 (27:24, 14:12)-Endstand. Zudem entschärfte Torfrau Isabella Fritz-Castro zwei Siebenmeter. Stockerau steigt damit mit einem Gesamtscore von 55:51 Toren in die dritte Runde des Europapokals auf.

Ein Duell auf Augenhöhe

Zum Spiel: Von Anpfiff an entwickelte sich gegen die starken Schweizerinnen ein Duell auf Augenhöhe. Stefanie Schalko – am Ende starke zehn Tore – gelang mit ihrem Treffer zum 11:9 (23. Minute) die erste Zwei-Tore-Führung für die Gastgeberinnen. Bis zur Pause wurde dieser Vorsprung auch gehalten (14:12).

Die zweite Halbzeit war dann nichts für schwache Nerven. In der 35. Minute schaffte es Viktoria Mauler erstmals, den Vorsprung auf das gewünschte Plus vier auszubauen. Die Halle bebte, aber die Schweizerinnen ließen sich nicht einschüchtern und kämpften sich immer wieder heran. „Dennoch ein Wahnsinn, wie uns die Fans immer wieder nach vorne gepeitscht haben“, strahlte Vorstand Christian Freimbacher.

Dank einer im Angriff überragenden Stefanie Schalko schaffte es der UHC Stockerau in der 48. Minute sogar, einen Fünf-Tore-Vorsprung herauszuspielen, der Aufstieg war zum Greifen nahe. Doch die Kreuzlinger Mannschaft ließ nicht locker und konnte den Torabstand wieder verringern. Der Endstand lautete dann passenderweise 27:24 und somit war der gleiche Spielstand – mit umgekehrten Vorzeichen – erreicht wie im Auswärtsmatch.

Spannung bis zuletzt durch Siebenmeter-Werfen

Die Dramatik nahm immer mehr zu, denn es kam zum alles entscheidenden Siebenmeter-Werfen. Wie lief das ab? Fünf Spielerinnen pro Mannschaft stellten sich auf der Mittellinie auf, ähnlich wie beim Elfmeterschießen im Fußball. In der Halle stieg die Spannung ins Unermessliche, als die erste Schweizerin zur Siebenmeterlinie antrat.

Womit keiner rechnen konnte, war, dass Torfrau Isabella Fritz Castro, die bereits in der regulären Spielzeit zwei Penaltys pariert hatte, auch hier ein Alptraum für die Spielerinnen aus Kreuzlingen sein würde. Sie parierte gleich zwei Würfe der Schweizerinnen. Im Gegenzug zeigten sich die Stockerauerinnen treffsicher, was nicht nur zu einem Endstand von 31:26 für die Lenaustädterinnen, sondern auch zu einer erneuten Sensation in der Alten Au führte.

Halperin war begeistert: „Ich bin stolz auf jede einzelne Spielerin. Sie haben das ganze Spiel lang einen unglaublichen Kampfgeist gezeigt. Die vielen Zuseher und die gute Stimmung in der Halle waren für uns eine große Unterstützung. Es gibt nichts Schöneres, als auf diese Art und Weise zu gewinnen.“