Zwei Tage am Rad. Stockerauer Hannes Pöhl wird bei seinem ersten Antritt bei der Ultra-Rad-Marathon Weltmeisterschaft Dritter.

Von Melanie Kaller. Erstellt am 24. Juni 2014 (07:49)
NOEN, zVg
Der Stockerauer Hannes Pöhl (Mitte) bei der Ultra-Rad-Marathon-Weltmeisterschaft mit seinem Betreuerteam Chris Vergara, Nils Pöhl, Gris Graßl und Kevin Bell (v.l.).
Unglaubliche 1.015 Kilometer und 15.743 Höhenmeter in weniger als zwei Tagen legte der Stockerauer Hannes Pöhl beim „Glockner Man“ am Schwarzlsee bei Graz zurück. Der hauptberufliche Diplom-Krankenpfleger startete erstmals bei der Ultra-Rad-Marathon-Weltmeisterschaft.

Gleich zweimal über den Großglockner

Die Teilnehmer fuhren bei diesem Straßenrennen durch insgesamt vier Bundesländer und zweimal über den Großglockner. Der Stockerauer, der zuvor nur 24-Stunden-Rennen absolviert hatte, war ganz vorne mit dabei.

Pöhl startete in der Klasse der 30- bis 40-Jährigen. Nach 45 Stunden und 17 Minuten fuhr er als Dritter durchs Ziel und musste sich nur den erfahreneren Athleten Bernhard Steigberger und Willi Hoffmann geschlagen geben.

„Es ist unglaublich, dass ich bei meinem ersten Ultracycle gleich aufs Podest gefahren bin“, freute sich Pöhl, der während der zwei Tage nur einige kurze Powernaps nahm, um seine Batterien wieder aufzuladen. „Umso wichtiger ist ein starkes Team im Begleitfahrzeug“, spricht Pöhl seinen Betreuern Chris Vergara, Nils Pöhl Gris Graßl und Kevin Bell seinen Dank aus.

Teilnahme beim Race Across America

Doch mit WM-Bronze hat Pöhl noch lange nicht genug. Als nächstes wird er beim „Race Around Austria“ im August die doppelte Distanz absolvieren. „Nach dem Ergebnis beim Glockner Man sind die Erwartungen entsprechend hoch“, weiß der Stockerauer Ultra-Radfahrer.

Bei seinem langfristigen Ziel wandelt Pöhl auf den Spuren von Christoph Strasser und Wolfgang Fasching: „Ich möchte am härtesten Radrennen der Welt, dem „Race Across America“ teilnehmen“, erklärt Pöhl, der den Radsport hobbymäßig seit 20 Jahren, leistungsbezogen seit drei Jahren ausübt.

Die Vorbereitungen für das RAAM würden laut Pöhl gut fünf Jahre in Anspruch nehmen. „Die Kosten von Soloteilnehmern belaufen sich je nach Aufwand auf 20.000 bis 30.000 Euro“, weiß Pöhl, dass dieses Abenteuer nur mit tatkräftiger Sponsoren-Unterstützung umzusetzen ist.


Hintergrund:

  • Hannes Pöhl (geb. 29.1.1979) fährt seit 20 Jahren hobbymäßig Rad. Vor drei Jahren begann er, leistungsbezogen Bewerbe zu fahren.

  • Der hauptberufliche Krankenpfleger trainiert alleine. Größte Herausforderung für ihn ist es, Training, Beruf und Familie zu koordinieren.

  • 2013 holte er beim 24h-Radmarathon in Grieskirchen den vierten Platz der Cup-Wertung.