Abschied auf Raten. Der Imbacher Alfred Fries beendet aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere, hält sich aber ein mögliches Comeback offen.

Von Stefan Berndl. Erstellt am 16. Juni 2014 (09:15)
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Alfred Fries möchte seine Rennkarriere nun endgültig an den Nagel hängen
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Nach vierzehn Jahren und zahlreichen Titelgewinnen zieht sich Alfred Fries aus dem Rennsport zurück. Bereits in den letzten Jahren hatte er immer wieder einen Rücktritt angekündigt, sich aber stets zum Weitermachen entschieden. Diesmal soll aber endgültig Schluss sein, auch wenn sich der 47-Jährige schwer tut, ein für alle Mal einen Schlussstrich zu ziehen: „Ich kann nicht ganz ausschließen, dass ich doch weiterfahren werde, aber ich muss langsam doch auch einmal auf meinen Körper hören.“

Dieser macht dem Imbacher nämlich schwer zu schaffen. Vor knapp 20 Jahren entrann er nach einem Unfall in Monza nur knapp einer Querschnittlähmung, und seitdem ist die Halswirbelsäule die Schwachstelle des Motorsportlers. „Alleine die Arbeiten rund ums Auto sind schon sehr kräfteraubend, von den Rennen an sich ganz zu schweigen. Die Schmerzen werden einfach immer größer“, gibt Fries zu.

Rennleidenschaft ist nur schwer zu zügeln

Vor allem seine Frau Karin versuchte, dem passionierten Rennfahrer ins Gewissen zu reden und ihn zu einem Rücktritt zu bewegen. Nach langem Hin und Her scheint Fries nun endlich ein Einsehen zu haben, auch wenn das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen ist. Zu groß sind der Ehrgeiz und die Rennleidenschaft des 47-Jährigen. Sein letztes Rennen bestritt der Imbacher in Steyr, beim zweiten Rennen zur österreichischen Automobil-Slalom-Staatsmeisterschaft. Ein Sieg zum Abschluss war ihm aber nicht vergönnt, es wurde Rang drei: „Ich konnte beim Rennen aus gesundheitlichen Gründen nicht voll Gas geben. Da verliert man natürlich auch die Lust und den Spaß am Fahren.“

Jetzt versucht Fries, sich vom Rennsport zu lösen: „Es tat sich die große Frage auf: Was mache ich mit meinem Körper? Ich habe seit längerer Zeit wieder massiv Schmerzen und muss mich bei Rennen nur noch abquälen.“ Das Karriereende scheint demnach der logische Schluss zu sein. Ob es aber wirklich endgültig ist, wird sich erst herausstellen.

Hintergrund

Alfred Fries möchte seine Rennkarriere nun endgültig an den Nagel hängen

Geburtsdatum: 21. November 1966.

Größte Erfolge: Elffacher Automobil-Slalom-Staatsmeister, 14-facher Automobil-Slalom-Klassensieger, fünffacher FiA-Zentral europa-Meister, zweimaliger Automobil-Dieselpokalsieger.

Wie der Vater, so der Sohn: Die Leidenschaft für den Motorsport kommt nicht von ungefähr, denn auch Vater Franz Fries ist als Rennfahrer aktiv. Der 67-Jährige beeinflusste Alfred Fries stark.

Gipfelstürmer: Fries ist viel und gerne in den Bergen unterwegs.