Kremser UHK-Europacup-Stories auf & abseits der „Platte“

Erstellt am 30. November 2022 | 03:51
Lesezeit: 3 Min
Europacup-UHK Krems
Wolfgang Hagel (links) war schon UHK-Mannschaftsarzt, als die Kremser 2009 in der ukrainischen Stadt Poltava gastierten. Vor dem Spiel "borgte" er sich kurzfristig die Schirmmütze eines anwesenden Sicherheitsbeamten aus.
Foto: Bert Bauer
Seit den 70er-Jahren mischen die Kremser auch in den diversen EC-Bewerben mit. Im Laufe von fünf Jahrzehnten sammelten sich Geschichten, die für viele auch heute noch unvergessen sind.
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Grenzstopp als Aufreger

Als der UHK 1984 zum EC-Match nach Trnava reiste, hätte die Fahrt beinahe schon an der Stadtgrenze von Bratislava geendet. Die Grenzbeamten hatten bei der Kontrolle keine Eile, was Delegationsleiter Helmut Alt, der damals im Klub für die wirtschaftlichen Belange verantwortlich war, auf die Palme brachte. Je mehr er sich aufregte („Ich werde mich bei unserem Bundespräsidenten über euch beschweren!“), desto provokanter kontrollierten die Grenzer. Alt musste von der Mannschaft beruhigt werden, ehe es schließlich weiterging.

Lattenknaller bei der Aufholjagd

Die Niederlage in Trnava fiel dann durch die skandalöse Heimtendenz der polnischen Referees viel zu hoch aus. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ verriet ein Funktionär der Slowaken, dass in der Kabine der Schiris Damenstrümpfe, Kaffee und einige Dinge, die damals in Polen schwer erhältlich waren, hinterlegt worden waren ... Beim Rückspiel pfiff ein ungarisches Refereeduo dann sehr Krems-freundlich ... Die tolle Aufholjagd fand in der Schlussminute ein Ende. Wolfgang Jochmanns Siebenmeter landete an der linken Torstange. Dieser Treffer hätte zum Aufstieg gereicht.

Zimmertür musste dran glauben

Werner Lint unternahm 2009 im ukrainischen Poltava nach dem Bankett noch eine Spritztour in eine Diskothek. Dort vergaß er zuerst seine rote Puma-Jacke. Als er frühmorgens in sein Hotelzimmer wollte, in dem Wolfgang Filzwieser nächtigte, schlief der UHK-Goalie so tief, dass er Lints Klopfen nicht hörte. Aus Verzweiflung trat der heutige UHK-Manager dann die Tür ein ...

Ein „Nasenreiberl“ als Rettung

1978 mussten die Wachauer zum EC-Achtelfinale gegen MAI Moskau im Winter in die UdSSR reisen. Schon in der Sporthalle war es während des Spiels bitterkalt. Zuvor wurde Tormann Günter Chalupa bei einem Spaziergang durch die Stadt plötzlich von einem Russen in einen Hauseingang gedrängt. Dieser begann heftig an Chalupas Nase zu reiben und bewahrte damit den damaligen UHK-Keeper vor einer schweren Erfrierung, denn sein Riechorgan war schon ganz weiß.

Eine stolze Rechnung

2015 trugen die Kremser beide EC-Partien in Zypern aus. Der UHK nächtigte im 5*-Hotel Hilton in Nikosia. Teambetreuer Harald Vaishor benötigte vor der Rückreise unbedingt gewaschene Dressen und machte Herbert Gruböck darauf aufmerksam, dass dies hier teuer werden könnte. Als Vaishor Gruböck am nächsten Tag die Rechnung übergab, verschlug es dem Kassier zuerst die Sprache. Sein augenblicklicher Wutausbruch war in den Gängen zu hören. Die Kosten: stolze 198 €.

Multitasking am falschen Ort

Auch der Autor weilte mit in Zypern und nutzte so wie die Spieler den Fitnessraum im Hotel. Er wollte dann ein Selfie bei gleichzeitiger Bewegung auf dem Laufband schießen. Das ging nicht, denn plötzlich fand sich der Reporter zum Gaudium von Georg Chalupa & Co mit seiner Kamera unverletzt auf dem Boden wieder ...