Die Kremser Adler haben aufgehört zu fliegen. Der Eishockeyverein stellt vor seinem 70-Jahr-Jubiläum keine Kampfmannschaft mehr. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 13. November 2018 (02:27)
APA (EXPA/Archiv)
Symbolbild

Eis gibt es aufgrund des warmen Wetters in den vergangenen Wochen noch keines auf der Kremser Kunsteisbahn. Für den Kremser Eishockeyverein, die KEV Eagles, ist das aber nur aus Sicht der Nachwuchsmannschaften ein unglückliches Szenario. Denn Kampfmannschaft gibt es keine mehr. Niederösterreichs Landesliga, die am vergangenen Wochenende gestartet ist, muss ohne Beteiligung der Kremser „Adler“ auskommen.

Wie konnte es so weit kommen? „Schon in der letzten Saison war es aufgrund des kleinen Kaders immer wieder eine Herausforderung, die vorgeschriebene Mindestanzahl an Spielern zu stellen. Wir wollten deswegen einen konkurrenzfähigen und verlässlichen Stamm an Spielern für die Saison rekrutieren. Daran sind wir aber gescheitert“, erklärt KEV-Obmann Manfred Reinisch.

„Gehaltsforderungen sind völlig überzogen“

Gründe dafür habe es mehrere gegeben. Ein Problem sei die Entfernung vom Großraum Wien. „Bei vielen Spielern fehlt die Bereitschaft, in Krems zu trainieren“, so Reinisch. Überdies seien die finanziellen Vorstellungen einiger Spieler nicht mit dem Budget des Vereins vereinbar.

„Für eine Amateurliga sind die Forderungen völlig überzogen. Von ausländischen Spielern reden wir da noch gar nicht“, so Reinisch. Eine geeignete Nachwuchsmannschaft, die den Ausfall der Kampfmannschaft auffangen hätte können, haben die Eagles nicht. „Erfahrenstes“ Team ist die U14.

Leicht gefallen ist Reinisch die Aufgabe des Kampfmannschaftsbetriebes nicht. „Gerade auch in Anbetracht dessen, dass wir nächstes Jahr unser 70-jähriges Vereinsbestehen feiern.“ Ziel des KEV ist, im Winter 2019 wieder ein Erwachsenenteam stellen und in Niederösterreichs zurückkehren zu können.

Abhängig ist man dafür aber auch von einem anderen Verein, nämlich den Zwettler Hurricanes, mit denen die Eagles bis 2014 eine Spielgemeinschaft gebildet hatten. Die Waldviertler spielen derzeit in der Landesliga zwei. „Sie haben aber ebenfalls Probleme. Ich glaube, dass wir über kurz oder lang wieder mit ihnen zusammengehen“, so Reinisch.