Kremser Cracks nach wie vor online statt auf dem Eis. Seit über einem Monat sollten die KEV Eagles wieder auf dem Eislaufplatz stehen. Onlinetrainings sind derzeit allerdings das Höchste der Gefühle.

Von Fabian Polland. Erstellt am 02. Dezember 2020 (02:11)
Keine Eiszeit für die Nachwuchscracks der KEV Eagles (im Bild: Moritz Galy). Trainings finden aktuell ausschließlich online statt.
Jürgen Wolf

Die Nachwuchsteams des Kremser Eishockeyvereins starteten bereits Anfang September mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Die KEV Young Eagles absolvierten zwei Mal pro Woche professionelles Trockentraining mit den Schwerpunkten Kraft, Koordination und Ausdauer.

Mitte September durften die Jugendteams dann endlich wieder aufs Eis, ein dreitägiges Trainingscamp in Gmunden fand statt. Auch die Eistrainings in der Eishalle St. Pölten starteten im September und führten die Jugendspieler jedes Wochenende in die Landeshauptstadt.

„Die Gesundheit unserer Kids hat oberste Priorität. Es ist aber unumstritten, dass Bewegung erheblich zur körperlichen sowie psychosozialen Entwicklung beiträgt.“Karin Dewisch, Schriftführerin des Kremser Eishockeyvereins

Ende Oktober hätte die Saison eröffnet werden sollen, dem Start standen jedoch zuerst die warmen Temperaturen entgegen, wodurch die Eisaufbereitung in Krems nicht wie geplant starten konnte. Kurz darauf kam dann die Schließung der Sportstätten aufgrund der steigenden Corona-Zahlen.

Kein leichtes Unterfangen für den KEV, der jedoch rasch reagierte und wie schon im ersten Lockdown im März kreative Lösungen parat hatte. So bietet der KEV seinen Spielern nun zwei Mal pro Woche Online-Trainings mit Fitnesstrainer Karo Pejcl an.

„Das Training findet regen Zuspruch. Daran merkt man auch, dass den Kindern die Bewegung wichtig ist. Darüber hinaus wird dadurch der Kontakt zum Verein und somit ein rudimentäres Vereinsleben angeboten“, meint Karin Dewisch, die Schriftführerin des Kremser Eishockeyvereins.

Wie es mit der NÖ Landesmeisterschaft, an der die Young Eagles in diesem Jahr mit vier Jugendmannschaften teilnehmen, aussieht, hängt von den Lockerungen der Covid-Maßnahmen und der damit verbundenen Öffnung der Eislaufplätze ab.

Durch die Maßnahmen hat der KEV jedenfalls mit einigen Schwierigkeiten wie Sponsorenabsagen, ausfallenden Einnahmen aus dem Schuhverleih und den Mitgliedsbeiträgen zu kämpfen. Auch die lange Pause vom Eishockey bereitet dem Vorstand des Kremser Eislaufvereins Sorge, noch mehr Kinder zu verlieren.

„Die Gesundheit unserer Kids hat oberste Priorität. Es ist aber unumstritten, dass Bewegung erheblich zur körperlichen sowie psychosozialen Entwicklung beiträgt. Es wäre daher wünschenswert, dass der Kremser Eislaufplatz, sobald es möglich ist, wieder in Betrieb geht. Denn es ist auch die einzige Outdoorsportmöglichkeit im Winter in Krems und bietet somit für alle Bürger eine willkommene Freizeitalternative“, so Dewisch.

Doch auch in dieser schweren Zeit gibt es positive Nachrichten. Das erfolgreiche ENZO-Programm (Nachwuchstraining des Eishockey-Nachwuchszentrums Ost) konnte nach Krems gebracht werden. Viele Volksschulen zeigen bereits großes Interesse.