Historische Wiedervereinigung der Kremser Judovereine. Die beiden Kremser Judovereine fusionieren nach jahrelangen Verhandlungen unter dem Namen Judozentrum Krems.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 30. September 2020 (01:24)
Läuteten im Rahmen einer Pressekonferenz eine neue Ära ein: im Bild der Präsident des NÖ Judoverbands, Jochen Haidvogel, Sportstadtrat Albert Kisling, der Sportliche Leiter des Judozentrums Krems, Andreas Schlögel, Judozentrum-Obmann Jochen Schinkel und Bürgermeister Reinhard Resch.
Franz Aschauer

Vor über 40 Jahren nahm die Geschichte des Judosports in Krems ihren Anfang. Es dauerte nicht lange, bis nach der Gründung des Judoclubs im Jahr 1976 Verstimmungen unter den Vorstandsmitgliedern dazu führten, dass 1978 im Stadtteil Lerchenfeld ein neuer Verein entstand. Jahrzehntelang feierten sowohl der Judoclub als auch die Union Judo Raika Krems parallel Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene, ohne völlig den Draht zueinander zu verlieren.

Gespräche im Hintergrund, ob und wie eine Wiedervereinigung vonstatten gehen könnte, führten die Obleute seit Jahren – und waren jetzt erfolgreich: Der Judoclub und die Union Judo Raika Krems fusionieren unter dem Namen Judozentrum Krems. Das gaben die beiden bisherigen Obleute, Jochen Schinkel und Jochen Haidvogel, im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus bekannt. Schinkel wird dem neuen Verein als Obmann vorstehen, ihm steht Haidvogel als Präsident des NÖ Judoverbands beratend zur Seite.

Resch: „Ihr habt etwas Historisches geschafft“

Bürgermeister Reinhard Resch gratulierte dem Vorstandsduo: „Ihr habt etwas Historisches geschafft.“ Der Stadtchef betonte auch, welche gesellschaftliche Verantwortung der Judosport in Krems trage und argumentierte das mit der beeindruckenden Zahl von 185 Kindern und Jugendlichen, die den Sport in der Stadt ausüben. Sportstadtrat Albert Kisling freute sich über einen „großen Tag für den Kremser Sport“ und bedankte sich für die beharrliche Zusammenarbeit der einzelnen Player.

Über fünf Jahre lang hatten die beiden Judovereine im Beisein von städtischen Vertretern über die Wiedervereinigung verhandelt. Warum klappte es ausgerechnet jetzt? „Es war einfach an der Zeit. Wir haben schon im vergangenen Jahr verschiedene Aktivitäten gemeinsam gemacht“, sagt Neo-Obmann Schinkel. Vorteile ergäben sich jetzt etliche, nachdem die sportliche Leistung zuletzt etwas „in der Luft hängen geblieben ist“, wie es Haidvogel beschreibt. Jetzt habe man deutlich größere Trainerressourcen und könne Sponsoringbeiträge in anderer Höhe lukrieren.

Das gemeinsame Ziel für die Zukunft ist, die Erfolge der Vergangenheit zu toppen. Schinkel erwartet durch die Fusionierung ein höheres Niveau in der Trainingsqualität.