Fischer und Poscharnig bangen um die Spiele. Für Sarah Fischer und Johannes Poscharnig ist derzeit ungewiss, ob Tokio 2021 stattfinden wird. Ein Motivationsproblem in der Vorbereitung gibt es dennoch nicht.

Von Fabian Polland. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:57)
Die stärkste Frau Österreichs ist voll im Soll. Seit 23. November laufen bei Sarah Fischer die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Tokio auf Hochtouren. Immer mit dabei: Papa und Trainer Ewald.
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Die Olympischen Spiele in Tokio wackeln auch in diesem Jahr. Aus dem Kremser Bezirk könnten zwei Sportler in Japans Metropole mit von der Partie sein und sich mit den Besten ihrer Sportart messen. Die Rede ist von der stärksten Frau Österreichs, Sarah Fischer, und dem Fechter Johannes Poscharnig.

Vor den Olympischen Spielen stehen noch die Qualifikationsbewerbe auf dem Programm. Ewald Fischer, Vater und Trainer von Sarah, blickt skeptisch Richtung Zukunft. „Sarah hätte die Qualifikation in Moskau, da siehts mit Corona aber auch nicht viel besser aus. Ich denke nicht, dass die Qualifikationsbewerbe stattfinden werden“, so Ewald Fischer.

Fischer fix qualifiziert, Poscharnig muss zittern

Olympia würde dennoch nichts im Wege stehen, denn die 20-Jährige wäre zurzeit qualifiziert. Die Vorbereitungen für Tokio laufen seit dem 23. November. Als Spitzensportlerin hat die stärkste Frau Österreichs das Privileg, ihre Trainingsmöglichkeiten voll nutzen zu können. „Wir trainieren zurzeit zehn Mal in der Woche, wie auch vor Corona. Natürlich müssen wir auf die Hygienevorschriften achten, und die halten wir auch ein“, schildert der Vater.

Lange Zeit auf ein Großereignis hinzutrainieren, welches zurzeit noch wackelt, erfordert ein hohes Maß an Motivation. Dass es nicht leicht ist, diese Motivation tagtäglich aufzubringen, weiß Ewald Fischer auch. „Das ist natürlich klar, dass das schwer ist. Aber Sarah und ich wissen, dass Olympia nicht alle paar Wochen stattfindet.“ Fehlende Motivation sieht Fischer bei seiner Tochter nicht. „Sarah ist sehr fokussiert, in jeder Einheit. Dass die Motivation ein wenig schwanken kann, ist auch klar. Aber dafür bin ich da, um sie als Vater und Mentor durch diese Zeit zu begleiten und sie immer wieder zu motivieren.“

"Falls es noch eine Chance zur Qualifikation gibt, will ich sie nutzen"

Die Ausgangslage von Johannes Poscharnig ist eine andere. Im Gegensatz zu Fischer ist der 31-Jährige zurzeit noch nicht qualifiziert. „Im April sollte das Ausscheidungsturnier in Madrid stattfinden, bei dem ich mich qualifizieren kann.“ Doch ob dieser Bewerb stattfinden kann und welche Alternative es zu einer abgesagten Qualifikation geben könnte, ist noch unklar. „Da tappen wir Fechter völlig im Dunkeln zurzeit, wir haben so gut wie keine Informationen bezüglich Alternativen zur Qualifikation“, so der Fechter.

Johannes Poscharnig bereitet sich zurzeit in der Südstadt vor. Die nächste Aufgabe: sich für Olympia zu qualifizieren.
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Wo Poscharnig leistungsmäßig derzeit steht, kann er nicht sagen. „Im Training fechte ich immer gegen die gleichen vier Partner. Man kennt sich schon so gut, da ist es schwer, irgendwelche Schlüsse zu ziehen.“ Trotz der Tatsache, dass Poscharnig aktuell nicht für Olympia qualifiziert wäre, ist er relativ entspannt. „Ich kann die Situation nicht ändern. Falls es noch eine Chance zur Qualifikation gibt, will ich sie nutzen. Ich fechte, weil es mir unheimlich viel Spaß macht, und nicht nur wegen Olympia.“