Sechs EM-Medaillen für den Fischer-Clan

Erstellt am 08. Juni 2022 | 02:34
Lesezeit: 3 Min
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Die Familie Fischer durfte sich bei der Europameisterschaft in Tirana über sechs Mal Edelmetall freuen. Betreuer und Mutter Renate (rechts im Bild) und Vater Ewald (links) und die Athletin Sarah (Zweite von links) holten drei Bronzemedaillen. David Fischerov (Mitte), der von seiner Verlobten Nazik begleitet wurde, erreichte Dreifachgold.
Foto: privat
Bei der 100. Europameisterschaft sorgten Sarah Fischer und ihr Bruder David Fischerov für Furore. Sarah gewann drei Mal Bronze.
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Bei der 100. Europameisterschaft, welche im albanischen Tirana ausgetragen wurde, stieg Sarah Fischer am vergangenen Sonntag in den Wettbewerb ein. Die stärkste Frau Österreichs ging in der Kategorie über 87 Kilogramm an den Start. Die Zielsetzung vor dem Turnier war klar: Ein Platz unter den Top fünf sollte es werden.

Im Reißen begann die Rohrendorferin mit einem gültigen Versuch über 97 Kilogramm, im zweiten Versuch steigerte sich Fischer auf 100 Kilogramm – ebenfalls erfolgreich. Da ihre Konkurrentin aus der Türkei um ein Kilogramm mehr bei ihrem gültigen Versuch riss, musste die stärkste Frau der Nation nachlegen. Somit erhöhte Fischer auf 102 Kilogramm für den dritten und letzten Versuch im Reißen. Mit voller Konzentration hob sie die Stange gut weg. Nach einer hohen Zugphase tauchte sie in eine perfekte Hocke und absolvierte den entscheidenden Versuch letztendlich gültig. Somit war die Bronzemedaille mit 102 Kilogramm im Reißen fixiert.

Voller Euphorie ging es für Fischer nun zum Stoßen. Auch hierbei rechneten sich Vater Ewald und Bundestrainerin Victoria Hahn durchaus Medaillenchancen aus. Im ersten Durchgang meisterte die Gewichtheberin 128 Kilogramm. Im Zweitversuch steigerte sie auf 131 Kilo. Zum Erstaunen aller wurde Fischers zweiter Versuch mit 2:1 als ungültig gewertet.

Die türkische Konkurrentin hingegen konnte die Last von 131 Kilogramm in zwei Versuchen nicht gültig meistern. Somit hatte die 20-Jährige die Bronzemedaille auch im Stoßen sicher. Vater Ewald war nun heiß auf Silber und somit erhöhte man im dritten Anlauf auf 135 Kilogramm. Die Rechnung machte er aber ohne seine Tochter. Diese Last konnte die Ausnahmeathletin nicht gültig meistern. Nichtsdestotrotz durfte sich Fischer über Bronze im Reißen, Stoßen und im Zweikampf freuen und steht damit bei 33 gewonnenen Medaillen.

Wahl-Bulgare David Fischerov räumte voll ab

Bruder David, der nach seinem Zerwürfnis mit dem österreichischen Verband seit 2020 für Bulgarien unter dem Namen Fischerov an den Start geht, war noch erfolgreicher. In der Klasse „102 Kilogramm“ entwickelte sich im Reißen ein Dreikampf. In jedem Durchgang wechselte die Führung, Fischerov duellierte sich mit der Konkurrenz aus Armenien und Spanien.

Im dritten Versuch steigerte der gebürtige Rohrendorfer auf 177 Kilo, womit er sich die Goldmedaille sicherte. Im Stoßen, wo er noch stärker einzuschätzen ist, musste der Wahlbulgare im entscheidenden Versuch 215 Kilogramm meistern. Voll konzentriert stieß Fischerov die Last und holt sich somit Gold im Stoßen, Reißen und im Zweikampf.

Die EM war mit sechs Medaillen für den Fischer-Clan damit äußerst erfolgreich.