Wasserball statt Handball: Probleme in Sporthalle. Die Sporthalle, inzwischen 24 Jahre alt, bedarf dringender Sanierung. Eine Vorbereitungspartie musste nach Starkregen und Wasser auf dem Spielfeld abgebrochen werden.

Von Bert Bauer. Erstellt am 13. August 2019 (03:24)
Bert Bauer
FPÖ-Gemeinderat Christoph Hofbauer (r.) mit UHK-Obmann Josef Nussbaum an jener Stelle, wo letzte Woche das Wasser durch das Dach sickerte und ein reguläres Beenden des Vorbereitungsspiels der Kremser gegen Westwien unmöglich machte. Foto: Bert Bauer

Das erste Vorbereitungsspiel in der Heimhalle – Gegner war Westwien – musste fünf Minuten vor dem Ende abgebrochen werden. Grund: Wasser war nach einem starken Gewitter am letzten Mittwoch durch das Dach eingedrungen und hatte das Spielfeld binnen Minuten in eine hochgefährliche Rutschbahn verwandelt.

„Wenn das so weitergeht, werden wir Meisterschaftsspiele unserer Kremser bei angesagtem Regenwetter absagen müssen“, ärgerte sich der freiheitliche Gemeinderat Christoph Hofbauer, der auch Präsidiumsmitglied im Klub ist. Dass die Sporthalle schon lange einer dringenden Sanierung bedürfe, sei hinlänglich bekannt. „Bisher ist aber nichts geschehen und es passiert seit Jahren nichts! Stets werden wir damit vertröstet, dass schon alles in Planung sei. Es muss endlich gehandelt werden.“

„Die Kremser Sporthalle säuft ab! Sanierung sofort notwendig!“Facebook-Posting der FPÖ Krems, nachdem das Testspiel zwischen dem UHK und Westwien wegen des lecken Hallendaches vorzeitig abgebrochen werden musste.

Der dafür verantwortliche Sportstadtrat Albert Kisling ist sich der Problematik durchaus bewusst, verweist aber auf eine Vereinbarung mit dem UHK: „Der Verein ist an die Stadt herangetreten, mit der Sanierung zuzuwarten, sonst hätten die Handballer heuer in der alles entscheidenden Meisterschaftsphase die Heimpartien nicht mehr in Krems austragen können. Herr Hofbauer hätte das eigentlich wissen müssen!“

„Wäre mit Meisterschaftsschluss mit der Sanierung begonnen worden“, so Kisling weiter, „wäre sie bei Trainingsbeginn noch blockiert gewesen. Also auch alles andere als ideal.“

Das will Hofbauer so nicht stehen lassen: „Das Sportbudget wurde überhaupt noch nicht vom Gemeinderat beschlossen, ist noch in der Begutachtung, sodass dieses Projekt gar nicht in Angriff genommen werden hätte können. Für die alleinige Dachsanierung hätte auch heuer die Sommerpause ausgereicht!“

Eine Million Euro im Voranschlag budgetiert

Als Sofortmaßnahme wurde von Kisling nun eine heimische Firma beauftragt, das Dach so weit zu sanieren, dass es bei einem Gewitter zu keinem weiteren Wassereinbruch kommen kann.

„Bei einem Meisterschaftsspiel hätte uns ein derartiger Vorfall nicht nur beide Punkte gekostet, sondern auch das Renommee von Klub und Sportstadt Krems schwer beschädigt,“ will Obmann Josef Nussbaum ein ähnliches Horrorszenario gar nicht mehr andenken.

Endgültig dichtgemacht werden soll die bald 25 Jahre alte Halle im Sommer 2020, wobei der Sanierung der Modus der Spusu-Liga entgegenkommt. Sollten die Wachauer wieder ins Finale einziehen, wird der Meister nur noch in einem „Best-of-Three-Modus“ ermittelt.

„Die Meisterschaft ist spätestens Mitte Mai zu Ende, sodass für die Erneuerung des Daches und der Spielfläche genug Zeit bleibt, falls wir es wieder schaffen, ins Finale einzuziehen“, erklärt Nussbaum. „Ansonsten ist ohnehin schon früher Schluss.“

Die Stadt hat für Dach und Boden eine Million Euro im Voranschlag budgetiert. Kisling verspricht: „Heuer müssen wir uns noch mit einem Provisorium begnügen, im Sommer 2020 wird endgültig professionell Luke dichtgemacht.“