Aufatmen nach dem heiklen Arbeitssieg. Der UHK Krems fixierte nach einem emotionsgeladenen Duell mit dem Nachbarn St. Pölten den Sieg.

Von Verena Bauer. Erstellt am 27. Oktober 2014 (09:11)
NOEN, Wolfgang Wallner
Vlatko Mitkov jubelt nach dem wichtigen Derby-Sieg gegen St. Pölten. Der Kremser Rückraumbomber brachte das Leder im Sportzentrum NÖ fünfmal im Kasten der »Falken« unter.

ST. PÖLTEN – KREMS 24:28. „Draußen ist es zwar nebelig, aber für mich scheint nach dem Sieg die Sonne“, gibt sich UHK-Coach Ivo Belas nach der bestandenen Herausforderung in St. Pölten ungewohnt poetisch. Die Landeshauptstädter forderten die Wachauer beim Rückspiel nämlich weitaus stärker als noch im August.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Während die Kremsern Topscorer Tobias Schopf auf dem Parkett vermissen, verstärkte Ibish Thaqi seine Truppe mit dem Rückraumexperten Damir Djukic, der vor Kurzem auch von Teamchef Patrekur Johannesson in den Kader einberufen wurde. Dazu kommt die mentale Komponente. „Ein Derby kreiert immer Druck“, so Obmann Josef Nussbaum. „Die Rivalität unter Nachbarn hat man jedenfalls gemerkt: St. Pölten hat wirklich gefightet.“

Die Kremser starteten im Sportzentrum NÖ explosiv. Gerdas Babarskas brachte nach 22 Sekunden einen Treffer im Kasten unter. Relativ schnell nahmen mehrere Zweiminutenstrafen den Gästen aber den Wind aus den Segeln. „Wir waren meistens in Führung, konnten uns aber erst gegen Schluss absetzen“, analysiert Belas. Sieben Minuten vor der Sirene griff er nämlich zur Time-out-Karte und bereitete die Mannschaft erfolgreich auf den Endspurt vor. Norbert Visy, Vlatko Mitkov und Gerdas Babarskas ließen es dann krachen.

Shejbal und Djukic auf nächstem Level

Zwei herausragende Akteure drückten der Partie ihren Stempel auf: Ein fantastisch aufspielender Michael Shejbal hielt seinen Kasten dicht und damit den Kremsern den Rücken frei. Auf der anderen Seite war Damir Djukic für die Hälfte der St. Pöltner Tore verantwortlich. „Die beiden haben in einer eigenen Liga gespielt“, so Nussbaum. „Eine Klasse besser als ihre Teams.“

Kämpferisch und in der Deckung präsentierten sich die Moser-Boys solide, nur im Angriff haperte es. „Wir haben zu schnell abgeschlossen, uns den Ball abnehmen lassen und so leichte Gegenstöße riskiert“, meint Belas. Vor allem mit technischen Fehlern machte sich Rot-Gelb gegen die „Falken“ das Leben schwer. Deswegen kritisiert Nussbaum auch ordentlich: „Die technischen Fehler hätten auch für zwei Spiele gereicht.“

Zumindest in der Tabelle hat der Sieg positive Auswirkungen; vor allem, weil Bregenz gegen Linz in eine 36:34-Niederlage geschlittert ist. „Wir können unseren Tabellenplatz vor Schwaz abstecken“, so Nussbaum.