Berg- und Talfahrt von Krems nach Leoben. Nachdem Michal Shejbal einen 31:21-Heimsieg gegen Tirol gesichert hatte, brachte Leoben Krems in die Bredouille.

Von Verena Bauer. Erstellt am 01. Dezember 2014 (08:52)
Michal Shejbal pariert hier einen Angriff der Schwazer Nummer 18, Draguljub Perovic, und brachte die Tiroler zum Verzweifeln.
NOEN, Sommer

LEOBEN – KREMS 35:34. Um halb zwei in der Nacht kehrte der UHK-Bus von der samstägigen Partie gegen Leoben nach Krems zurück. Das triste Wetter mag die Stimmung der rot-gelben Truppe widergespiegelt haben: Nach fulminanten fünfzehn Minuten kam der Wachauer Motor in der Steiermark ins Stottern. Grund dafür: Romas Magelinskas stellte die Deckung um und brachte Krems damit ordentlich aus dem Konzept.

„Wir machen technische Fehler, Pässe landen zwölf Meter vor dem Tor irgendwo auf dem Boden“, ärgert sich Coach Ivo Belas. „Im Endeffekt haben wir selbst das Spiel gedreht, aber zu unseren Ungunsten.“ Beim Pausenpfiff lagen die Kremser bereits im Rückstand, bis zur 39. Minute schlitterten sie sechs Tore ins Hintertreffen. Auch der Ausschluss von Leoben-Kapitän Georg Rothenburger spielte den Wachauern nicht in die Karten.

„Meiner Meinung nach eine Fehlentscheidung, Benas Petreikis hätte Rot sehen müssen. Als gefährlichster Leobener wäre uns damit halt auch geholfen worden“, kritisiert Josef Nussbaum. Petreikis ist übrigens ein Teamkollege von Gerdas Babarskas im litauischen Nationalteam.

Neuhold übernahm in Leoben das Ruder

Der gebürtige Steirer Christoph Neuhold lief dafür in der Heimat zu Hochform auf. „Er hat im Angriff alleine Tempo gemacht – eine überragende Leistung“, lobt Belas den zehnfachen Torschützen. In den letzten Minuten kämpften sich Neuhold und Flo Brunner noch auf einen Treffer heran, doch zum Ausgleich reichte es nicht. „Wenn die Partie eine Minute länger gedauert hätte, wäre uns ein gerechtes Remis sicher gewesen“, trauert Nussbaum den Punkten nach. „Man hat gemerkt, dass Leoben ein paar Prozent mehr an Leistung aus sich herauskitzeln konnte.“

Solide wie immer zeigte sich Goalie Michael Shejbal, doch er kam nicht an die Glanzleistung des Mittwochsmatches gegen Schwaz heran. „Michal Shejbal hat uns fast im Alleingang zerstört“, war der Tiroler Spielertrainer Kresimir Marakovic im Schockzustand. Schwaz präsentierte sich nach dem Unentschieden gegen die Fivers zahnlos. „So etwas habe ich noch nie gesehen. Michal hielt 60 Prozent der Angriffe. Bei dem Rückhalt kann auch im Angriff mal etwas schiefgehen“, charakterisiert Nussbaum die „Kremser Lebensversicherung“ durch den Legionär. Schwaz konzentrierte die Manndeckung auf Gerdas Babarskas, doch Krems ließ sich nicht übermäßig beunruhigen. Vlatko Mitkov rehabilitierte sich für das Tief gegen Westwien, Georg Chalupa zeigte mit sechs Treffern seine beste Leistung seit dem Comeback nach seiner Achillessehnenverletzung.