Die rot-gelben „Titelhamster“ aus Krems. Der UHK-Nachwuchsabteilung blickt auf das erfolgreichste Jahr in der Klubgeschichte zurück. Am Ziel ist man aber noch nicht.

Von Bert Bauer. Erstellt am 30. Dezember 2020 (01:34)
Diese Spieler formierten sich kurz vor Weihnachten mit ihren Medaillen stellvertretend für die vier rot-weiß-roten Nachwuchstitel des Erber UHK Krems in der Saison 2019/2020
Bert Bauer

Mit einem Auge schielte man beim UHK Krems schon immer in Richtung Fivers und deren hervorragende Nachwuchsarbeit. Zehn Jahre sind es nun her, dass sich auch bei den Wachauern der Fokus verstärkt auf die Jugendarbeit gelegt wurde.

Das Vorbild aus Wien wurde bereits überholt

„2014 stellten wir dann den ersten Landesmeister, heuer waren es in Niederösterreich sieben von acht Titeln“, zeigt UHK-Beirat Thomas Grabner die positive Entwicklung im Klub auf. Inzwischen haben die Wachauer heuer sogar ihr Vorbild aus dem 5. Wiener Bezirk überholt, brachten vier von sieben rot-weiß-roten Meisterschaften ins Trockene. „Unser U10-Ensemble wäre ebenfalls nicht zu schlagen gewesen, aber dieser Bewerb wird österreichweit nicht ausgeschrieben“, fügt Peter Wallner, der zusammen mit dem früheren Keeper Florian „Flo“ Deifl den UHK-Nachwuchs koordiniert, hinzu.

Corona hat auch bei den Zukunftshoffnungen Spuren hinterlassen. Während die Teams des Leistungszentrums ab dem Jahrgang 2006 unter den gleichen Auflagen wie Jochmann & Co im Lockdown weitertrainieren konnten, war es besonders schwer, die Kinder der U7 und U9-Mannschaft bei der Stange zu halten. Alex Hofmann, der sich seit Jahren intensiv für den UHK-Nachwuchs engagiert: „Wir haben wöchentlich virtuelles Training angeboten, aber vor allem die unter 10-Jährigen sind sehr schwer ohne das Spielgerät Ball bei Laune zu halten.“

„Natürlich können wir nicht erwarten, das wir jedes Jahr Größen wie Lukas Hutecek oder Nikola Bylik aus unserem Nachwuchs an die Kampfmannschaft weitergeben.“ Alexander Hofmann, Mitglied des UHK-Beirats

Da sich die Jugendarbeit größtenteils selbst finanziert, stellte das abgelaufene Corona-Jahr auch in Hinsicht auf die steigende Anzahl der Spieler eine große Herausforderung in der Abdeckung der laufenden Kosten dar.

Im Foyer der Sporthalle wird für die zukünftigen Spiele, die hoffentlich bald wieder mit Zuschauern über die Bühne gehen, eine Videowall installiert, auf der Einzelsponsoren und Firmen für eine Spende ihr Foto bzw. Logo platzieren können, die für jeden Besucher ersichtlich ist. Thomas Grabner: „Wir wenden uns daher an alle Eltern, Großeltern, Unternehmer und Handballfans mit dem symbolischen Kauf einer persönlichen Fläche auf der Wall für unser Nachwuchsmodell „ZUHKUNFT“, um damit unsere Kinder und Jugendliche zu unterstützen!“

Mit Benedikt Rudischer rutschte heuer ein Spieler der ersten Stunde nach der Neuregelung der Jugendarbeit in den Kader der Kampfmannschaft. „Ziel ist es, jedes Jahre zumindest einen Rohdiamanten in das Erstligateam zu integrieren“, erklärt Hofmann den nächsten Schritt, relativiert aber: „Dass wir jedes Jahr Handballer einer Klasse wie Nikola Bylik oder Lukas Hutecek entwickeln, ist natürlich illusorisch.“ Die nächste Zukunftsvision ist- an die Fivers angelehnt: „Wir wollen auch eine zweite Mannschaft in der Spusu-Challenge stellen, wo sich jetzige Margaretner Größen wie Hutecek oder Nikola Stevanovic ihre ersten Sporen verdient haben.“