Fabian Posch: Ruhepol auf und abseits des Spielfelds. Fabian Posch trägt bereits die vierte Saison das rot-gelbe Trikot. Die Heim-EM als Teamspieler ist ein weiteres Karriere-Highlight.

Von Bert Bauer. Erstellt am 31. Dezember 2019 (02:42)
Der Kremser Paradekreisläufer Fabian Posch freut sich bereits riesig auf seine EM-Einsätze im Team, schätzt die tolle Stimmung, die sicher in den Heimhallen herrschen wird, und will unbedingt den Aufstieg in die Hauptrunde schaffen. Foto: ÖHB Diener/Eva Manhart
ÖHB Diener/Eva Manhart

2019 war zweifellos auch das Jahr des Fabian Posch. Mit dem UHK holte er Meisterschaft und Cup, triumphierte mit dem Nationalteam im EHF Euro Cup über Europameister Spanien und wurde schließlich zum „Handballer des Jahres“ gekürt.

Nach dem Vorbereitungslehrgang in Schielleiten geht es in der Südstadt weiter, bevor am 10. Jänner das erste EM-Gruppenspiel gegen Tschechien auf dem Programm steht.
Den Weg zum Handball fand Posch wie so viele in dieser Sportart über seinen Turnlehrer in Salzburg, der gleichzeitig eine Neigungsgruppe führte. Schnell wurden die Verantwortlichen im ÖHB auf den baumlangen Kreisläufer aufmerksam und holten ihn ins Jugend-Nationalteam.

Nach der Matura führte ihn seine Handball-Karriere ins Ländle zu den Bregenzern, die damals der heimischen Liga ihren Stempel aufdrückten, ehe er nach drei weiteren Stationen in Krems andockte und nun in der Wachau bereits seine vierte Saison bestreitet.

Kalte Dusche sorgt für einen „kühlen Kopf“

Im Team von Ibish Thaqi ist Fabian Posch der Ruhepol schlechthin: „Ich bin eben von Natur aus ein gemütlicher Typ, das ist in einer oft aufgeheizten Stimmung ganz gut so.“
Ganz spezielle Rituale, die Sportgrößen oft vor einem Match zelebrieren, hat der 31-Jährige nicht: „Natürlich wird vor dem Anpfiff stets nach einem gewissen Schema aufgewärmt. Da gönne ich mir meistens noch einen Kaugummi. Und bevor es aufs Spielfeld geht, halte ich noch schnell den Kopf unter die Dusche.“

Der UHK-Kreisläufer schätzt sich glücklich, bei einem Großereignis wie der EM als Aktiver dabei sein zu können: „Bei der Euro 2010 habe ich es knapp nicht in den 16-Mann-Kader geschafft, umso größer ist die Vorfreude jetzt.“

Für Obmann Josef Nussbaum war der Transfer des 1,98-Meter-Hünen ein Goldgriff: „Fabian ist ein absoluter Leistungsträger unseres Teams, das Double der Vorsaison ist eng mit seiner Performance verbunden. Zudem ist Fabian ein grundehrlicher Mensch, hoch intelligent und ein herausragender Charakter, alles in allem ein Schlüsselspieler, der sich stets dem gemeinsamen Ziel der Mannschaft unterordnet.“

Drei Akteure mit einem Krems-Bezug im Team

Wie schätzt der gebürtige Salzburger die EM-Gruppengegner ein? „Tschechien zum Auftakt wird schon eine ganz heiße Partie“, weiß Posch, dem der Aufwärtstrend bei unserem nördlichen Nachbarn nicht verborgen blieb. „Von der Ukraine wissen wir eigentlich am allerwenigsten. Nordmazedonien ist zum Abschluss eine weitere schwere Hürde, die es im Kampf um den Aufstieg zu überwinden gibt.“

Mit Jakob Jochmann und Gerald Zeiner stehen noch zwei „Kremser“ im rot-weiß-roten EM-Aufgebot. Letzterer zieht derzeit in der Liga beim HC Hard als Spielmacher die Fäden.