Phänomenaler Kremser Siegeswille ließ "Rote Teufel" scheitern

Erstellt am 28. Mai 2022 | 22:38
Lesezeit: 3 Min
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Gašper Hrastnik verwertete in der Schlussminute der Verlängerung einen Strafwurf zum 31:30-Auswärtserfolg im Ländle und stellte in der Best-of-three-Serie auf 1:0 für den UHK Krems.
Foto: Bert Bauer
Es war erneut ein unheimlicher Kraftakt, der den Wachauern die Tür zum 5. Meistertitel in der Klubgeschichte weit öffnete. Wie schon gegen die Fivers ging es auch in Hard nach Höhen und Tiefen in die Verlängerung, in der UHK-Legionär Gašper Hrastnik per verwandelten Siebenmeter den Auswärtserfolg festmachte. Das Kremser Kollektiv triumphierte am Ende über die starke individuelle Besetzung der Harder.
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ALPLA HARD - FÖRTHOF UHK KREMS 30:31 (27:27. 16:15). Im Gegensatz zum Halbfinale fanden  die "Rot-Gelben" trotz langer Anreise besser in die Partie als der (noch) regierende Meister. Die Truppe von Ibish Thaqi leistete sich kaum Fehler, hatte in Thomas Eichberger einmal mehr einen phantastischen Tormann als Rückversicherung auf der Platte und konnte mehrmals einen Zweitore-Vorsprung herausarbeiten. Die Chance auf "Plus 3" war mehrmals vorhanden. Eine Zeitstrafe von Gábor Hajdú und ein kurzfristiges Schwächeln des UHK-Kollektivs nützten die Vorarlberger noch zu einer knappen Pausenführung, die jedoch nicht die Spielcharakteristik widerspiegelte.

Keine Entscheidung in der regulären Spielzeit

Im zweiten Spielabschnitt ging es zehn Minuten im Gleichschritt weiter (21:21, Minute 40), ehe Hard-Trainer Hannes Jón Jónsson die in der ersten Halbzeit enttäuschende  Tormann-Ikone Golub Doknić wieder aufs Feld schickte. Der mittlerweile 40-jährige ließ bei einem Siebenmeter von Marko Simek sein schauspielerisches Talent aufblitzen. Der Ball des UHK-Kapitäns landete auf der rechten Schulter knapp am Hals, Doknić ging zu Boden, griff sich auf den Kopf und das Referee-Duo Brkić/Jusufhodžić schickte Simek wegen eines vermeintlichen "Kopfschusses" auf die Tribüne (49.). Eine Fehlentscheidung, der beiden ansonst gut agierenden Unparteiischen. Damit fiel nach Matthias Führer (drei Zweiminuten-Strafen) die zweite Stammkraft aus. Die Kremser steckten diesen Tiefschlag schnell weg. Im Gegenteil: Roman Kirveliavičius sorgte  erstmals für eine Drei-Tore-Führung (22:25). Das Finish der regulären Spielzeit glich einem Krimi mit höchstem Unterhaltungswert, in dem die Keeper beider Teams im Mittelpunkt standen und Jakob Jochmann die Wachauer 27 Sekunden vor der Schlusssirene mit dem Ausgleich zum 27:27 in die Verlängerung schoss.

Wachauer Torhüter-Duo zieht Hardern den Stecker

In der Verlängerung war es einmal mehr Thomas Eichberger, der mit unheimlichen Reflexen den Ambitionen der "Roten Teufel" Einhalt gebot. Auch der wieder "auferstandene" Golub Doknić auf der Gegenseite verhinderte mit einigen Paraden eine mögliche Vorentscheidung. Beim Stand von 29:30 bekamen die Gastgeber einen Strafwurf zugesprochen. Taktikfuchs Ibish Thaqi schickte Lukas Domesvscek, den Helden der Hollgasse auf das Parkett,  der den Penalty von Niko Schnabl parierte (67.). Der Showdown erreichte in der letzten Minute der Verlängerung seinen Höhepunkt: Hards Karolis Antanavičius kassierte eine Zweiminuten-Strafe. Krems ist im Ballbesitz. Aus einem genialen Kreis-Anspiel von Jakob Jochmann an Fabian Posch, der nur noch mit unfairen Mitteln am erfolgreichen Torwurf gehindert werden konnte, resultierte der entscheidende Siebenmeter, den Gašper Hrastnik trocken zum Kremser Siegestreffer vorbei am Golub Doknić versenkte. Im Rückspiel am Samstag in der Wachau-Metropole könnte der NÖ-Traditionsklub mit einem Heimerfolg nach 2019 erneut den Meisterpokal in die Höhe stemmen.

Tore UHK Krems: Jakob Jochmann (5), Marko Simek (4/3), Romas Kirveliavičius (4), Fabian Posch (4),  Gašper Hrastnik (3/1), Matthias Führer (3), Tobias Auß (2),  Sebastian Feichtinger (4), Kenan Hasecic (1), Stephan Wiesbauer (1).