UHK Krems: Kein Abenteuer Europacup. Den Kremser Double-Gewinnern bleibt ein EC-Einsatz heuer versagt. Nicht nur das finanzielle Risiko sprach dagegen, sondern auch die fehlende Infrastruktur.

Von Bert Bauer. Erstellt am 02. Juli 2019 (02:44)
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Florian Brunner bestaunte 2011 in Halmstad eine Ballreinigungsmaschine, die es heute noch nicht in der Kremser Sporthalle gibt.

Auf den ersten Blick kann die Kremser Europacup-Absage Enttäuschung hervorrufen. Befasst man sich intensiver mit der Problematik, ist der Entschluss der UHK-Vereinsleitung durchaus nachvollziehbar. Die Profitruppe aus Hard wird heuer den Platz der Wachauer einnehmen.

Obmann Josef Nussbaum ging für die NÖN ins Detail.

Wirtschaftliche Risken

Im EHF-Cup hätten die Kremser zumindest zwei Quali-Runden zu bestreiten, um in die Hauptrunde mit einer Sechsergruppe zu kommen. Die Kosten pro Runde werden dabei mit rund 35.000 Euro beziffert.

Überbelastung des Kaders

Würde der UHK den Sprung in die Hauptrunde schaffen, wären an Wochenenden zusätzlich fünf Partien im Ausland zu bestreiten, was den kleinen Kader mit berufstätigen Spielern und Studenten schlicht und einfach überfordern würde. Das Hauptrunden-Startgeld würde nicht im Geringsten die Reise- bzw. Aufenthaltskosten der Gegner mit Referees und dem EHF-Delegierten decken. Startgeld für die Quali-Runden soll es erst ab der nächsten Saison geben.

Fehlende Infrastruktur

Die EHF-Gruppenphase könnten Simek & Co nur mit einer Sondergenehmigung bestreiten. Auch hier wären 2.500 Plätze in der Halle vorgegeben, rund 1.000 zu wenig in Krems. An eine Champions-League-Qualifikation war überhaupt nicht zu denken, denn hier sind 3.000 Plätze in den Hallen Voraussetzung. Im Falle einer Qualifikation hätte man in die Arena Nova nach Wr. Neustadt ausweichen müssen, was aufgrund der Fan-Bindung völlig undenkbar wäre.

Nachhaltigkeit hat Priorität

Der UHK will mit einem Großteil seiner Mittel die Nachwuchsarbeit noch mehr forcieren. Mit ÖHB-Junioren-Co-Trainer Lukas Musalek und einem slowenischen Fachmann werden ab der nächsten Saison zwei Profis mit dem UHK-Nachwuchs arbeiten.