Ex-UHK-Trainer Gulyás coacht Ungarn erfolgreich. Ungarn sorgte in der Vorrunde mit Sieg über Deutschland für Furore. Der Erfolgscoach der Magyaren, István Gulyás, war einst auch UHK-Trainer.

Von Bert Bauer. Erstellt am 27. Januar 2021 (03:03)
Zum Verzweifeln. Als UHK-Trainer in der Saison 2006/2007 lief es für den Ungarn nicht immer rund. Am Ende stand ein enttäuschender fünfter Rang zu Buche.
Bert Bauer

Die Kremser durchlebten zum Jahreswechsel 2005/2006 turbulente Zeiten. Christian Tiefenböck wurde als Trainer entlassen, Martin Schierer übernahm kurzfristig als Spielertrainer dessen Agenden. Hinter den Kulissen wurde bereits fieberhaft ein neuer Mann für die UHK-Kommandobrücke gesucht. Wunschtrainer Stefan Szilágyi sagte kurzfristig ab, sollte aber nach der Gulyás-Ära Langzeitcoach bei den Rot-Gelben werden.

Schierer legte Rutsche für seinen Nachfolger

Martin Schierer, der István Gulyás von seiner Zeit als Spieler in Stockerau kannte, war es dann auch, der die ersten Kontakte zum Ungarn knüpfte: „Die Erwartungshaltung in Krems war sehr groß. István hatte aber keinen Einfluss auf die Zusammenstellung der Mannschaft. Es war nicht alles bei ihm das Gelbe vom Ei, aber generell war er schon ein guter Trainer.“

Gentleman Gulyás

Nur Rosen streute seinem Ex-Coach Tobias Schopf, der 2006 gerade von den Junioren auf dem Sprung in die Kampfmannschaft war: „Gulyás hat junge Spieler wie mich intensiv gefördert. Auf meiner Position war Pavel Hrachovec gesetzt. Als Trainer gab er mir mehr Einsatzzeiten als ein Jahr später sein Nachfolger Stefan Szilágyi.“ Auch menschlich stellte Schopf der Veszprém-Legende ein Vorzugszeugnis aus: „István war in jeder Hinsicht ein Gentleman!“

Auch UHK-Obmann Josef Nussbaum – er stand am Anfang seiner Ära als Klubchef – hat an Gulyás nur positive Erinnerungen, obwohl sich die sportliche Bilanz eher enttäuschend darstellte: „Ein ruhiger Typ und feiner Mensch. Gerne denke ich an die Tage zurück, als István mich nach Veszprém zu einem EC-Match seines Stammklubs einlud und ich auch seine Familie kennenlernen durfte.“

Gulyás sah sich am Ende als Szilágyi-Platzhalter

Der Ungar betrachtete sich bei seinem Abschied im abschließenden NÖN-Interview als Platzhalter für seinen Nachfolger Stefan Szilágyi und hatte sich in Krems professionellere Arbeitsbedingungen erwartet. „Das war leider ein Trugschluss“, meinte er. Was Gulyás als Trainer draufhat, beweist er jetzt bei der Weltmeisterschaft in Ägypten mit dem jungen Team der Magyaren.