Erstellt am 08. Oktober 2012, 00:00

Hintergrund. Handball / Mit Michal Shejbal ersetzt ein internationaler Spitzengoalie den verletzten Wolfi Filzwieser.

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„Ich weiß, ich komme als Feuerwehrmann!“ UHK-Neuerwerbung Michal Shejbal ist sich der Erwartungshaltung in Krems durchaus bewusst. Beim Weltenbummler in Sachen Handball überwiegt die Freude, endlich wieder als Aktiver zwischen den Pfosten zu stehen. Zuletzt hatte sich ein Engagement in Katar zerschlagen („Die dortige Bürokratie verzögerte immer wieder meinen Wechsel“). Zuvor hatte sich der 27-Jährige ein Jahr bei seinem Heimatklub Košice fit gehalten: „Mir wurde von Managern ein weiteres Engagement bei einem deutschen Klub zugesichert, dabei bin ich aber sprichwörtlich auf die Nase gefallen!“

Obmann Josef Nussbaum spricht von einem Glücksgriff für den UHK: „Michal ist ein internationaler Spitzengoalie, der sich hinter einem fitten Wolfgang Filzwieser sicherlich nicht verstecken muss!“

Die Absage an Mario Vizvary, der einen Zweijahresvertrag gefordert hatte, war ein logischer Schritt: „Mit ihm hätten wir unsere Zukunftshoffnungen Florian Deifl und Michael Seyfried konterkariert! Shejbal bis zum Saisonende zu holen, war sicherlich die beste Entscheidung in unserer augenblicklichen Situation!“

Shejbal-Heimdebüt ist gegen  

Ausfinanziert ist das Engagement des Slowaken aber noch nicht, obwohl der Kremser Klubchef von einem - Zitat: „kleinen“ - Teil des Präsidiums sofort Unterstützung zugesagt bekam. Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, wird der Neue am Samstag gegen Schwaz sein Debüt in „Rot-Gelb“ feiern.

Trainer Stefan Szilagyi erwartet sich von dessen Einsatz vor allem die Rückkehr der psychischen Stabilität in den Köpfen der Moser-Boys: „Michal wird uns mehr Sicherheit geben. Er ist ein äußerst erfahrener Keeper, der Wurfbilder der Angreifer sehr gut lesen kann und den ein hervorragendes Stellungsspiel auszeichnet. Auch Florian Deifl wird in seiner Entwicklung von ihm profitieren!“


Der 1,96 Meter große Hüne Michal Shejbal (27) ist mehr als ein Filzwieser-Ersatz.

Karriere-Stationen: Košice (2002 - 2004), Frischauf Göppingen (2004 - 2008 mit zwei EC-Duellen gegen die Fivers), Tusem Essen (2008-2010), IFK Skövde HK-Schweden (2009), Kecskeméti (2009-2010; Ungarn ), Coburg (2010 - 2011; 2. Deutsche Liga).

Shejbal spielte in Deutschland mit Größen wie Martin Galia und den deutschen Teamspielern Michael Kraus oder Dragon Oprea, erreichte 2005 das DHB-Pokalfinale und 2006 das EHF-Endspiel (Gegner Lemgo).

Gebranntes Kind: Zweimal musste Shejbal Insolvenz (Essen) bzw. Pleite (Kecskeméti) seiner Brötchengeber miterleben.

Nationalmannschaft: Junioren (43 Einsätze); A-Team (16); WM in Kroatien 2009 (10. Rang).