Termin als Challenge für den heurigen Wachaumarathon. Wachaumarathon geht am 29. September parallel zu Wahl, Berlin-Marathon und Leichtathletik-Weltmeisterschaft über die Bühne.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 10. September 2019 (03:05)
m.Kreiner/Fairplayfoto.net
Veranstalter Michael Buchleitner (rechts) freut sich wie die Sponsoren Doris Wendler (Wiener Städtische) und Franz Pruckner (Landesverband der NÖ Sparkassen) sowie Sportlandesrätin Petra Bohuslav auf einen spannenden Wachaumarathon.

Dem schon jetzt sicheren Teilnehmerplus beim Wachaumarathon steht heuer eine geringere Dichte an Eliteläufern gegenüber. Der Grund liegt auf der Hand. Wenn am 29. September im Weltkulturerbe der wohl schönste Lauf des Landes über die Bühne geht, steigt zur gleichen Zeit der mit Top-Läufern nur so gespickte Berlin-Marathon und die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha, der Österreichs gesamte Lauf-Elite beiwohnen wird.

In der Wachau nicht mit dabei ist – zum Bedauern von Veranstalter Michael Buchleitner – Vorjahressieger Geoffrey Ronoh. Für Buchleitner aber kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. „Der Wachaumarathon ist ein Hobby- und Genusslauf und es stärkt die Veranstaltung, wenn dieser Fokus diesmal im Mittelpunkt steht.“ Einen Amateur als Sieger wird es aber trotzdem nicht geben. Mit den Kenianern Philimon Kipkorir Maritim und Karanja Kamau sind zumindest zwei Läufer am Start, die den Halbmarathon schon in knapp über einer Stunde gelaufen sind.

Abseits der sportlichen Konkurrenzveranstaltungen birgt auch die am selben Tag stattfindende Nationalratswahl zusätzliche Herausforderungen. Buchleitner und sein Team müssen dafür Sorge tragen, dass der Zugang zu den Wahllokalen an der Strecke trotz der Straßensperre gewährleistet ist.

Ponchos und Sackerl aus Plastik verbannt

Auch wenn die Terminschwierigkeiten dem Organisationsteam viel abverlangten, blieb doch genug Energie, um einen ökologischen Meilenstein setzen zu können. Der Wachaumarathon verbannt als erste große Laufveranstaltung des Landes Regenponchos und Goodiebags aus Plastik von der Strecke. Sowohl Startsackerl als auch Regenüberzüge bestehen aus zu 100 Prozent biologisch abbaubarer Maisstärke. „Wir möchten mit diesem innovativen Weg Vorbildwirkung erzielen“, hofft Buchleitner auf Nachahmer.

Charity-Partner des Wachaumarathons ist wie schon im Vorjahr die Caritas. Liegengelassene Kleidung wird eingesammelt und im Kremser Carla-Shop zugunsten armutsbetroffener Menschen verkauft. Mit an Bord bei der Aktion für den guten Zweck ist heuer auch Staud’s Wien. Für jeden Läufer, der den Charity-Point kurz vor dem Ziel überquert, spendet die Firma für Obst- und Gemüseveredelung einen Euro, um Obstbäume im Wert von zwei Euro pro Baum im Senegal zu pflanzen.

Beim Wachaumarathon werden heuer über 9.000 Läufer erwartet. Die Teilnehmer kommen zu 50 Prozent aus Wien, zu 15 Prozent aus der Region, der Rest aus anderen Regionen oder dem Ausland. Ein Schiff, drei Züge und 70 Busse stehen am Veranstaltungstag für den Transport zu den Startzonen zur Verfügung. Der Marathon wird in Emmersdorf, der Halbmarathon in Spitz und der Viertelmarathon in Achleiten gestartet. Das Ziel befindet sich jeweils im Kremser Stadtpark. Für die Region bringt der Wachaumarathon eine Wertschöpfung von rund zwei Millionen Euro.