Krems: Abschied von einer Legende

Mit Kurt Sebor verlor die Region kürzlich einen Sportler & Funktionär, schlichtweg einen „Gentleman der alten Schule“.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 02:53
Lesezeit: 1 Min
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Kurt Sebor (
Foto: Bert Bauer

Als Gründungsmitglied der Tennissektion des WSV Voest Alpine Krems 1958 widmete sich Sebor als Aktiver und Funktionär stets mit ganzem Herzen seiner großen sportlichen Leidenschaft, dem Spiel mit der Filzkugel, darunter vier Einzel- und neun Doppeltitel für den Lerchenfelder Klub. In den 60er Jahren bis zum Ende der 90er engagierte er sich als Jugendwart beim NÖ Tennisverband, wo er stets große Talente wie Juniorenstaatsmeister Erich Appel bis zum Daviscupper Rainer Falenti ausmachte, trainierte und förderte.

Als staatlich geprüfter Tennislehrer war Sebor bis ins hohe Alter einer der beliebtesten und gefragtesten Trainer im gesamten Großraum Krems. Er galt als echter Tennisästhet mit einer einmaligen Technik und hatte zudem die Gabe, sein umfangreiches Fachwissen an seine Schüler weitergeben zu können. Auch als Senior frönte er noch jahrelang wettkampfmäßig seiner Leidenschaft. Für seine Verdienste wurde der Tennisfachmann 1998 mit dem Goldenen Ehrenzeichen des NÖTV ausgezeichnet.

Sein Herz schlug auch für den UHK Krems, wo Sebor in seiner Pension jahrelang als Kassier – passend zu seiner früheren Tätigkeit als Buchhalter und Abteilungsleiter bei der Voest Alpine Krems – im Einsatz war. Seit der großen UHK-Ära der 70er-Jahre drückte er nicht nur bei den Heimspielen, sondern auch auswärts den „Rot-Gelben“ als Fan die Daumen. Kuriosum am Rande: Beim entscheidenden Heimspiel der Kremser gegen Hard zum vierten Titel 2019 erlitt Kurt Sebor – durch eine davor durchgeführte Dialyse (Blutwäsche) geschwächt – nach Spielschluss vor lauter Freude einen Schwächeanfall und musste mit dem Notarzt ins Spital eingeliefert werden. Am Tag danach freute er sich schon wieder putzmunter über die erste Meisterschaft der Kremser Handballer nach 42 Jahren …

Um den Verstorbenen trauern Wittwe Charlotte, die Söhne Kurt, Bernd und Jürgen sowie drei Enkelkinder. Auch die Kremser Sportwelt wird Kurt Sebor vermissen.