Handball: Der Westen lechzt nach „Blutauffrischung“. „Wir kochen zu lange die gleiche Suppe“, brachte Bregenz-Präsident Frühstück die Gegenwart der SPUSU-Handball-Liga auf den Punkt und ist damit nicht alleine.

Von Bert Bauer. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:16)
Spusu-Liga-Geschäftsführer Christoph Edelmüller ist ein Verfechter der Ligareform.
ÖHB

SPUSU-Liga-Geschäftsführer Christoph Edelmüller sprach in einem ORF-Interview bereits über eine geplante Ligenreform im heimischen Handball. Für die NÖN erläutert er noch einmal die Beweggründe für diesen Schritt: „Wir müssen frischen Wind in die verkrustete Ligastruktur bringen. Der Verband, der jedoch auch für den Unterbau verantwortlich ist, hat hier das letzte Wort. Die Gespräche laufen aber sehr gut.“

Details und den möglichen Start wollte der frühere Fivers-Kreisläufer noch nicht konkretisieren. Einig ist man sich aber bereits in einer Causa: Der Spielbetrieb im von Vereinen ausgedünnten Westen bedarf einer Blutauffrischung. Vor allem Klubs, die derzeit dort in die Nachbarländer auspendeln, sollen zurück ins Boot geholt werden. Edelmüller: „Das bedarf aber einer gewissen Übergangszeit.“

Ein Schwerpunkt liegt auch in der Reform des Nachwuchses. Die Titel in den U14-, U16- und U18-Bewerben machen sich nicht mehr die jeweiligen Landesmeister untereinander aus. Die Endspiel-Kandidaten werden in einer überregionalen Vorausscheidung ermittelt, wo vor allem im Westen durch die wachsende Konkurrenz eine weitere Steigerung des Niveaus erreicht werden soll.

"HLA kann durchaus zwölf Teams verkraften"

Der Juniorenbewerb erfuhr zuletzt eine große Ausdünnung, was für Edelmüller nachvollziehbar ist: „Studenten und Schülern ist es kaum zuzumuten, auch wochentags für ein Match durch ganz Österreich zu gondeln. Hier besteht ebenfalls Handlungsbedarf.“

Die große Mehrzahl des Topklubs stimmte für eine Aufstockung. Auch Werner Lint, der Sportliche Leiter des UHK, stellt sich voll hinter dieses Projekt: „Die HLA kann durchaus zwölf Teams verkraften. Derzeit spielen wir zu oft gegen die gleichen Mannschaften.“ Bei der regionalen Teilung der zweiten Leistungsstufe sieht „Faxe“ über kurz oder lang auch ein zweites Kremser Team im Bewerb: „Die Fivers haben dieses Modell erfolgreich vorexerziert. Spieler wie Lukas Hutecek oder Nikola Stevanovic verdienten sich dort ihre ersten Sporen.“

Auch NÖHV-Präsident Johannes Hammer steht dem Ansinnen der Liga durchaus positiv gegenüber, hat aber rechtliche Bedenken, sollte die Reform bereits im Herbst in Kraft treten: „Laut geltender Durchführungsbestimmungen steigt der Letzte der SPUSU-Liga ab. Das wäre dann aber nicht der Fall. Somit könnte der Challenge-Drittplatzierte ein Anrecht auf ein Ticket im Oberhaus anmelden.“

Bevor der Plan in die Umsetzung geht, muss er noch vom ÖHB-Vorstand „abgesegnet“ werden. Durch das Ableben von Langzeit-Präsident Gerhard Hofbauer muss sich dieser erst neu konstituieren. Derzeit leitet Hofbauers bisheriger Stellvertreter, der Kärntner Markus Platzer, die Amtsgeschäfte.