Lockerheit kam UHK abhanden. Kremser Handballer hielten die „Roten Teufel“ eine Hälfte lang in Schach, ließen sich dann Butter vom Brot nehmen.

Von Bert Bauer. Erstellt am 11. Februar 2020 (02:46)
Für Fabian Posch gab es in Hälfte zwei gegen Michael Knauth, Ivan Horvath und Manuel Schmid (von links) kaum mehr ein Durchkommen.
Bauer/Archiv

HARD - KREMS 26:20.

Eine Niederlage in Hard, beim finanzstärksten Liga-Klub, ist kein Schiffbruch. Einmal mehr ärgerlich war, wie sie aus Kremser Sicht zustande kam.

Dominanz zu wenig genützt. So brachte Michal Shejbal die „Roten Teufel“ mit einer Serie an Paraden zur Verzweiflung. Vorne ließen Jochmann & Co die Kugel schnell laufen und fanden dadurch stets Lücken in der gegnerischen Abwehr. Der Lohn einer Pausenführung blieb den Thaqi-Schützlingen aber versagt. „Bei 10:8 und Überzahl haben wir im Angriff zwei Bälle leichtfertig hergeschenkt und noch den Ausgleich kassiert“, trauerte auch der Erfolgscoach einer psychologisch wichtigen Halbzeitführung nach.

„Luke dicht“ in Hard. Die Gastgeber hatten durch den Ausgleich wieder Hoffnung geschöpft, agierten in der zweiten Hälfte in der Abwehr höchst aggressiv, während dem rot-gelben Offensivspiel die Kreativität immer mehr abhanden kam. Die Kremser verzettelten sich mehr und mehr in Einzelaktionen, die dem Harder Abwehrriegel in die Karten spielten. „Wir verloren vorne völlig den Rhythmus, und nach dem wachsenden Rückstand hat die Mannschaft wohl auch innerlich nicht mehr an den Sieg geglaubt“, analysierte Thaqi den entscheidenden Umschwung.

Glücksgriff & Pech. Bei den Heimischen erwies sich der Wechsel der Keeper – Thomas Hurich kam für „Hexer“ Golub Doknic – als Glücksgriff, während Jakob Jochmann mit drei Lattenwürfen Pech hatte.

KREMS - SCHWAZ, Samstag, 19 Uhr.

Im Heimspiel gegen die Truppe von Florian Deifl sind die Wachauer bereits zum Siegen verdammt, wollen sie in der Tabelle nicht noch weiter abrutschen.

„Die Burschen müssen sich ihrer eigenen Stärken auf der Platte mehr bewusst sein, um wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren“, sieht Coach Ibish Thaqi auch Probleme in der mentalen Verfassung seiner Spieler. In Hard hatte die Vorstellung von „Rot-Gelb“ in den ersten dreißig Minuten an die Glanzpartien der Vorsaison erinnert. „Wir sind Meister und müssen selbstbewusster auftreten, dürfen uns nicht durch einen kurzfristigen ,Hänger‘ gleich völlig aus der Bahn werfen lassen“, so Thaqi, für den das „Punkte-Fasten“ im neuen Jahr gegen die Tiroler beendet werden soll.