Klarer UHK-Sieg trotz „Corona-Frust“. Die Kremser kamen gegen Linz nie in Verlegenheit, litten aber an der ungewohnten Atmosphäre der Geisterspiel-Premiere.

Von Bert Bauer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (02:50)
Akrobat schön. Das oft fehlerhafte Linzer Angriffsspiel war eine Einladung für die Wachauer zum Kontern. Ein starker David Nigg fischte dabei auch die heikelsten Vorlagen aus der Luft. Von den leeren Rängen im Hintergrund gab es diesmal keinen Applaus.
Foto: Bert Bauer

Die beiden Heimzähler gegen das Tabellenschlusslicht waren für die Kremser in Anbetracht der letzten Niederlage ein absolutes „Must have“. Der Sieg in der ungewohnten „Geisterspiel“-Atmosphäre, die nur durch das Trommeln des UHK-Funktionärsduos Heidi Achleitner und Christoph Gruböck belebt wurde, war nie gefährdet.

Kainmüller-Team kam noch glimpflich davon

Bei den Oberösterreichern, die nur in der Anfangsphase einigermaßen mithalten konnten, blieb der erhoffte Trainereffekt aus. Die Linzer Handball-Legende Klemens Kainmüller hatte letzte Woche Slavko Krnjajac als Coach kurzfristig abgelöst.

„Es war ein Pflichtsieg, bei dem auch mehr möglich gewesen wäre“, resümierte Trainer Ibish Thaqi, dem vor allem der gewohnte positive „Roar“ der Wachauer Fans in der Halle schmerzlich abging. „Die Partie glich einer Testpartie, der das emotionale Knistern fehlte. Ich glaube, dass uns das Publikum zu einem Kantersieg gepusht hätte!“

In der Analyse der Teamleistung überwogen die positiven Aspekte.

Legionäre. Hier drängt sich ein Vergleich mit der Pflanzenwelt auf: Während Gašper Hrastnik im roten-gelben Jersey bereits so richtig aufblüht, befindet sich Aleksandar Glendža noch im Stadium einer Knospe. Der Montenegriner erfüllte erstmals die Erwartungshaltung des Klubs als Rückraum-Shooter.

Wechselspieler. Coach Ibish Thaqi hatte aufgrund des klaren Spielverlaufs endlich die Möglichkeit, seinen Spielern auf der Bank Einsatzzeit zu geben. Sowohl Igor Vučković in der Deckung als auch Lukas Nikolic in der Offensive durften diesmal ran. Und das durchaus vielversprechend.

Zu viele Gegentreffer. In Anbetracht der Spielstärke des Gegners stellen 28 Linzer Treffer der UHK-Defensive kein besonders gutes Zeugnis aus. Thaqi: „Da fehlte uns der positive Druck des Publikums!“

KREMS – BREGENZ, Samstag, 19 Uhr

Eine wesentlich schwierigere Aufgabe kommt auf Jochmann & Co im nächsten Heimspiel zu. „Die Vorarlberger sind erfahrener und auch körperlich stärker als die junge Linzer Mannschaft“, gibt Thaqi zu bedenken. „Zuletzt haben sie auch die aufstrebenden Ferlacher klar in die Schranken gewiesen. Wir müssen uns daher weiter steigern.“