Kremser Routiniers ließen bei Niederlage völlig aus. UHK begab sich leistungsmäßig wieder auf eine Berg- & Talfahrt, die in einer Niederlage gipfelte.

Von Bert Bauer. Erstellt am 18. November 2020 (02:37)
An Gašper Hrastnik lag es nicht, dass die Kremser in Schwaz Schiffbruch erlitten. Auch die UHK-Youngsters wie Igor Vučković (kleines Bild) zählten zu den Lichtblicken der am Ende ärgerlichen Niederlage.
Bert Bauer

SCHWAZ – KREMS 30:27.

Der blamable rot-gelbe Auftritt auf dem Tiroler Parkett in der ersten Viertelstunde, der nahezu hoffnungslose 2:9-Rückstand, trieb Trainer Ibish Thaqi auch noch Tage nach dem Match Zornesfalten ins Gesicht: „Fakt ist, dass ausgerechnet das Herz der Mannschaft, sprich unsere Führungsspieler wie Jakob Jochmann, Fabian Posch, Alex Glendža und Gabor Hàjdu, einen rabenschwarzen Tag erwischt haben.“

Kollektives Versagen der UHK-Leistungsträger

Beim Jungmediziner Jochmann war ein Leistungseinbruch absehbar. Die Doppelbelastung als Arzt in einer Covid-Station und der Aufwand im heimischen Spitzenhandball inklusive Nationalteameinsatz musste sich früher oder später negativ auswirken. Thaqi: „Jakob hatte leider vor der Fahrt nach Tirol noch einen Nachtdienst.“ Marko Simek, erste Alternative für den „Doktor“, stand verletzungsbedingt noch nicht zur Verfügung.

An Gašper Hrastnik lag es nicht, dass die Kremser in Schwaz Schiffbruch erlitten. Auch die UHK-Youngsters wie Igor Vučković (kleines Bild) zählten zu den Lichtblicken der am Ende ärgerlichen Niederlage.
Bert
Bauer

Wesentlich kritischer ist daher die Leistung des Resttrios zu beurteilen. Der Chefcoach: „Die Burschen müssen ihre Performance jetzt selbst einmal hinterfragen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Glendža im montenegrinischen Team so einen Alles-oder-nichts-Handball spielen kann.“ Für das fatale Rückzugsverhalten in der Startphase hat Thaqi eine plausible Erklärung: „Bei derart unerzwungenen Fehlern hat es der Rest schwer, den Konter noch zu unterbinden.“

Das Positive an der Niederlage: Die Youngsters wie Kenan Hasecic und Igor Vučković nützten nach dem Wechsel ihre Chance und brachten den UHK plötzlich wieder auf Schlagdistanz. Mehr als zum Ausgleich (20:20) reichte es aber nicht, obwohl zweimal die Chance bestand, in Führung zu gehen.

Thaqi schickte seine Routiniers wieder ins Spiel, die sich dann aber ähnlich zahnlos präsentierten wie zu Beginn: „Für mich als Trainer eine Lose-Lose-Situation. Wären meine jungen Akteure im Finish untergegangen, hätte man mir wahrscheinlich vorgeworfen, nicht die Top-Six zur Crunchtime auf die Platte gebracht zu haben.“

„Punkte-Präsent“ für Hrastnik blieb in Tirol

Einem Kremser blieb an seinem Geburtstag das entsprechende (Punkte-)Geschenk trotz toller Vorstellung versagt: Gašper Hrastnik feierte am Spieltag seinen 28. Geburtstag und war mit elf Volltreffern der Lichtblick auf dem Parkett.