Nächster Kremser Schritt zu alter Größe. Rekordmeister Bregenz kam mit einem blauen Auge davon. Beim UHK halten immer mehr professionelle Strukturen Einzug.

Von Bert Bauer. Erstellt am 28. Oktober 2020 (02:54)
Er nahm’s mit einem Lächeln auf den Lippen: UHK-Regisseur Jakob Jochmann verlor bei einem Zweikampf die Krone eines Schneidezahns, aber nicht die Kontrolle über das Spiel gegen Bregenz. Der abtrünnige Zahnteil wurde dann sogar noch auf dem Hallenboden gefunden, wird aber durch einen neuen ersetzt.
Bert Bauer

„Für mich kam diese Steigerung gar nicht überraschend.“ Bei Trainer Ibish Thaqi hat sich die Formsteigerung der Mannschaft schon in der Trainingswoche zuvor abgezeichnet: „Der Kader wächst schön langsam zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Das spiegelte sich bereits im Ergebnis wider.“

Der UHK dominierte von Beginn an die Partie, ging schnell mit 3:0 in Führung und setzte sich in Folge weiter ab. Der Sieg hätte sogar höher ausfallen können, aber man möchte ja nicht auf hohem Niveau jammern.

Einmal mehr hatte der „Doktor“, UHK-Spielmacher Jakob Jochmann, das beste Rezept dafür, wie der körperlich starken Defensive der Vorarlberger am besten beizukommen war. Und das, obwohl der Ersatzkapitän (Jochmann übernahm für den verletzten Marko Simek) die Trainingswoche zuvor nur zum Teil bestreiten konnte: „Mein Knie bereitete mir Probleme, ich war eigentlich nur bei den Abschlusseinheiten im Einsatz.“

Dass der Infighter gegen die Bregenzer eine Zahnkrone einbüßte, dämpfte die gute Laune nicht: „Die Schultern werden durch diese starke Leistung immer breiter, und damit wächst auch unser Selbstvertrauen.“

Für Ibish Thaqi war der Grundstein zum klaren Erfolg über den Rekordmeister die starke Abwehrleistung: „Wir haben hier deutlich mehr Ordnung geschaffen, was die Aufgaben für die Offensive erleichtert hat.“

Neue Abwehrstrategie als Langzeitprojekt

Schon im Nachwuchsbereich arbeitet der UHK an einer neuen 6:0-Abwehrstrategie, die dann vor allem der nachfolgenden Generation in Fleisch und Blut übergegangen sein soll. Vorbild ist dabei der französische Topligaklub Paris Saint-Germain. Thaqi: „Auch Wisla Plock hat gegen die Fivers im Europacup dieses offensive System nach der Pause erfolgreich umgesetzt.“

Zur langfristigen Realisierung steht für Thaqi eine Grundbedingung außer Frage: „Der Erfolg der Kampfmannschaft. An der wird unser Verein nach wie vor gemessen.“ Abgesehen von diesem Langzeitprojekt halten immer mehr professionelle Arbeitsweisen Einzug in das Vereinsleben. So erhalten die Jugendspieler per App individuelle Trainingsanweisungen.

In der Sporthalle ist inzwischen ein modernes Kamerasystem installiert, durch das Trainer Thaqi taktische Übungen sofort mit seinen Spielern analysieren kann. Zuletzt bestritt der UHK ausschließlich mit den Youngsters einen Test gegen St. Pölten, in dem versucht wurde, das neue Defensivsystem umzusetzen. Thaqi: „Da stecken wir aber noch in den Kinderschuhen.“

GRAZ – KREMS, Samstag, 20.20 Uhr

In der steirischen Landeshauptstadt ist am Samstag bereits der nächste Sieg in Planung. Für Ibish Thaqi wird es ein extrem wichtiges Match: „Wir hätten dann zehn Zähler auf unserem Konto und könnten damit die Hinrunde versöhnlich abschließen.“