UHK-Formtief bleibt ein Rätsel. Enttäuschende Wachauer ließen sich nun sogar von einem „Liga-Underdog“ vorführen. Die Niederlage warf viele Fragen auf.

Von Bert Bauer. Erstellt am 16. September 2020 (01:33)
Konnte die in ihn hoch gesetzten Erwartungen bis dato in keiner Weise erfüllen: Linkshänder Gašper Hrastnik, der kurz vor dem Saisonstart zum UHK gestoßen ist.
Bert Bauer

Wer geglaubt hat, dass es nach dem Heimdesaster gegen Schwaz keine Steigerung nach unten mehr geben könnte, wurde in der Weststeiermark eines Besseren belehrt. Gegen den im Vorfeld lancierten Abstiegskandidaten schrammten die Wachauer sogar an einem Debakel vorbei. In Anbetracht der Erwartungshaltung im Vorfeld der Meisterschaft stellen sich einige Fragen. Die NÖN suchte nach Antworten.

Sind die neuen, teuren UHK-Legionäre allesamt Fehlkäufe?

Wenn man das Trio Glendža, Hrastnik und Budalo mit den steirischen „Fremdarbeitern“ vergleicht, muss man diese Frage gegenwärtig mit „Ja“ beantworten. Ein Beispiel: Bärnbach engagierte ebenfalls kurz vor Saisonbeginn mit Kelemen Ceht einen Slowenen, der gleich fünf Mal im Kremser Tor seine Visitenkarte abgab und sich schon jetzt als echte Verstärkung erwies. Vom zehnfachen Torschützen, Kreisläufer Jadranko Stojanović, und seiner 100-prozentigen Torausbeute ist da gar noch nicht die Rede.

Warum funktioniert das UHK-Kreisspiel derzeit überhaupt nicht?

Drei Treffer der Kreisspieler sind eine magere Ausbeute. Fabian Posch warf nur einmal aufs Tor, Kenan Hasecic hatte mit zwei Treffern aus vier Versuchen ebenfalls eine alles andere als überragende Quote. Eine Erklärung: Das gebundene Offensivspiel der Wachauer hat gegenüber der Vorsaison beträchtlich an Dynamik verloren. Die Gegner rücken schnell nach und können die Kremser Kreisläufer dementsprechend neutralisieren.

Wie ist der Leistungsabfall zwischen der guten Vorbereitung und dem miesen Saisonstart zu erklären?

Dafür fand selbst Trainer Ibish Thaqi augenblicklich keine plausible Erklärung. Die UHK-Spieler sind nach wie vor auf der Suche nach ihrer Kämpfer-DNA und ihrem Selbstvertrauen mit den eigenen Stärken. Beides ging zum Saisonstart verloren.

Wäre der nötige Umbau des Teams in abgeschwächter Form die bessere Zukunftslösung gewesen?

Die Klubführung hatte bei ihrer Entscheidung, erstmals mit vier Legionären ins Rennen zu gehen, auch die hohe Erwartungshaltung des Kremser Publikums miteinbezogen. Andererseits wäre es schwierig gewesen, die Lücken mit heimischen Akteuren oder gar Eigenbauspielern zu füllen. Dass der beschrittene Weg in der UHK-Vorstandsetage auch auf Kritik stieß, ist ein offenes Geheimnis.