UHK Krems: Der erste Schritt zur alten Stärke. Die Kremser brachten endlich wieder ihre bewährten Qualitäten auf das Feld und tankten mit dem Sieg viel Selbstvertrauen.

Von Bert Bauer. Erstellt am 23. September 2020 (01:50)
Entschlossenheit pur. Flügelflitzer Gunnar Prokop glänzte gegen das Topteam aus dem Ländle nicht nur mit präzisen Würfen von der Außenposition, sondern konnte der Harder Abwehr mehrmals bei Gegenstößen enteilen.
Bert Bauer

Die Schmach von Bärnbach ist zwar nicht vergessen, aber mit dem Erfolg über die „Roten Teufel“ gaben die Kremser ein starkes Lebenszeichen und signalisierten damit auch der Konkurrenz, dass „Rot-Gelb“ in dieser Saison keineswegs abzuschreiben ist. Trotz allem wird aber noch eine Weile Geduld vonnöten sein, bis Trainer Ibish Thaqi das Potenzial der Mannschaft voll entfalten kann. Wille, Kampfgeist, Leidenschaft waren jene Tugenden, welche die Wachauer am Ende einer packenden Partie als Sieger von der Platte gehen ließen. Die folgende NÖN-Analyse gibt über die gegenwärtigen Schwächen und Stärken der Mannschaft Aufschluss.

Das Kollektiv. Das Zusammenspiel funktionierte über weite Phasen schon viel besser als zuletzt. Das gilt sowohl für die aggressive Defensive gegen körperlich robuste Harder als auch für das Angriffsspiel der Kremser, dem ein überragender Jakob Jochmann den Stempel aufdrückte.

Die Moral. Zweimal schienen den Wachauern die Felle wieder davonzuschwimmen.

Der UHK-Turnaround I: Nach 20 Minuten lagen Simek & Co 7:10 im Rückstand, den vor allem ein Gunnar Prokop zusammen mit Regisseur Jakob Jochmann bis zur Pause in ein 13:12 verwandelten.

Der UHK-Turnaround II: Ein „Ast“ nach Seitenwechsel ließ die Vorarlberger abermals mit „plus 3“ (19:16 in Minute 44) in Führung gehen. Wieder fighteten sich die Heimischen phänomenal zurück. Jakob Jochmann machte mit dem Treffer zum 23:20 dann endgültig den Sack zu.

Der Tormann. Ivan Budalić stahl seinem Gegenüber Golub diesmal eindeutig die Show. Er profitierte dabei natürlich auch von seinem kompakteren Defensivblock vor ihm. Der baumlange Kroate kam auf eine Abwehrquote von stolzen 42 Prozent an gehaltenen Bällen. Seinem jugendlichen Übermut sei noch zuzuschreiben, dass er bei möglichem UHK-Konterspiel manchmal die falsche Entscheidung traf. Als Doknić aufgrund einer 2-Minuten-Hinausstellung eines Klubkollegen auf der Bank darbte, versuchte Budalić einen Pass zu Prokop, der gründlich misslang. Die bessere und einfacher Lösung wäre gewesen, die Kugel einfach selbst ins leere gegnerische Tor zu befördern.

Neuer Linkshänder. Neo-Zugang Gašper Hrastnik kam im rechten Rückraum schon weit besser zur Geltung als in den ersten beiden Runden.

Siebenmeterschwäche. Das Verwerten von Strafwürfen ist oft reine Kopfsache. Beim Auftaktmatch gegen Schwaz wurden fünf Würfe vom „Punkt“ versemmelt. In Bärnbach einer, gegen Hard waren es abermals drei (Jochmann, Simek, Auß). Negative Folgen hatte das Versagen bei den „Siebern“ diesmal nicht, bei Spielen, die sich zu einer „engen Kiste“ entwickeln, könnte das Umsetzen der Strafwürfe in Zählbares, sprich Tore, aber spielentscheidend sein.

Kreisanspiel. Vor allem zu Beginn ermöglichten den Gästen missglückte Passes zu Fabian Posch, einige Konter einzuleiten, was Erinnerungen an das Heimspiel gegen Schwaz weckte. Nach der Pause funktionierte die Kremser Achse Rückraum-Kreis besser und ermöglichte Posch, sich erstmals in dieser Saison wieder standesgemäß mit sechs Volltreffern in Szene zu setzen.