UHK Krems: Ins Etappenziel mit stotterndem Motor. Der UHK-Krems-Erfolg gegen Graz spiegelte aufgrund eines schwachen zweiten Spielabschnitts das wahre Kräfteverhältnis zwischen den beiden Teams nicht wider.

Von Bert Bauer. Erstellt am 23. Februar 2021 (00:58)

KREMS - GRAZ 38:33 (19:13).

Stark begonnen, aber leider dann auch stark nachgelassen – so könnte man die Vorstellung der „Rot-Gelben“ gegen das Schlusslicht in einem Satz charakterisieren. Wenn man an die erste Phase der Meisterschaft denkt, ist das aber bereits Jammern auf hohem Niveau. So sollte der Spruch mit dem berühmten Glas eher als halb voll als halb leer bezeichnet werden, weil ...

... der Einzug unter die Top sechs der Hauptrunde endgültig fixiert wurde.

... die Kremser nun im fünften Spiel in Serie als Sieger vom Platz gingen.

... sich die Mannschaft trotz des Rückfalls nach Seitenwechsel stabiler präsentiert, der große Umbruch zu Saisonbeginn mit all den Unwägbarkeiten im Spiel als vollzogen bezeichnet werden kann.

... mit Sebastian Feichtinger der offensichtliche Fehlgriff Aleksandar Glendža mehr als kompensiert wurde.

Fehlende Aggressivität ließ Graz aufkommen

Wer aber Trainer Ibish Thaqi näher kennt, weiß, dass er aus seiner Truppe noch mehr herausholen will. Vor allem das Nachlassen der Deckung in Hälfte zwei, welche die Steirer sogar mit einem positiven Score beenden konnten, ärgerte ihn sehr: „Einige junge Spieler haben ihre Einsatzchancen alles andere als optimal genützt. Wenn man schon auf die Platte darf, dann erwarte ich mir gerade von unseren Youngsters Vollgas.“ In dieser Hinsicht holte Thaqi Jakob Jochmann vor den Vorhang: „Unser Doktor gibt immer alles, egal, ob wir klar voranliegen oder im Rückstand sind.“

Ausgenommen von der Kritik des Cheftrainers war „Teambaby“ Benedikt Rudischer. Auch er bekam für einige Minuten Spielzeit und nützte diese für seinen ersten HLA-Treffer. „Ein tolles Gefühl, aber natürlich hätte ich mich noch mehr gefreut, wenn unsere Fans dabeigewesen wären“, strahlte der 17-Jährige nach dem Schlusspfiff.

Auch der verletzte Kapitän Marko Simek drückte seinen Kameraden in der Halle die Daumen und ist guten Mutes: „Die Operation verlief reibungslos, die Reha hat bereits begonnen.“

LINZ - KREMS, Samstag, 18 Uhr.

In der finalen Partie der Hauptrunde wartet auf die Kremser noch einmal eine durchaus lösbare Aufgabe. Trainer Ibish Thaqi: „Die zuletzt von Corona gebeutelten Oberösterreicher dürfen kein Stolperstein werden. Ich erwarte mir von meinem Team volle Konzentration, und das über die ganzen 60 Minuten!“