UHK Krems mit rabenschwarzem Tag gegen Schwaz. Die Kremser enttäuschten zum Auftakt gegen Schwaz auf allen Linien. In Bärnbach zählt für Thaqis Team nur ein Sieg.

Von Bert Bauer. Erstellt am 09. September 2020 (04:28)
Die Enttäuschung war bei David Schopp, Tobias Auß, Alexandar Glendža, Gašper Hrastnik, Igor Vučković und Kenan Hasecic (v. l.) nach der Pleite riesengroß.
Bert Bauer

Mit dieser Pleite hatte wohl niemand gerechnet. Zumindest hätte man in einem Wettbüro mit diesem Tipp einen dicken Gewinn einfahren können. Kein Wunder, dass Ibish Thaqi („So eine Enttäuschung habe ich als Trainer einer Kremser Truppe noch nie erlebt!“) sein Team am Wochenende zur gründlichen Analyse versammelte. Auch die NÖN begab sich auf Ursachenforschung.

Schwaz-Supergoalie Kishou

Der baumlange Mann aus Russland zog den Kremsern mit einigen Glanzparaden von Beginn an den Nerv. Je länger die Partie dauerte, desto öfter verballerte der UHK-Angriff seine Möglichkeiten. Einige Würfe gingen dabei sogar weit über das Tor, sodass Kishou gar nicht mehr eingreifen musste. Seine Quote von 42,4 Prozent erfolgreicher Interventionen spricht für sich. Auf der Gegenseite zählte Neuerwerbung Ivan Budalić mit 33,3 Prozent an arretierten Bällen noch zu den besten heimischen Akteuren.

Siebenmeter-Schwäche

Wenn man keinen einzigen von fünf Strafwürfen (Jochmann 2, Simek 2, Auß 1) nützt, ist es nicht verwunderlich, dass eine Partie auch gegen ein Durchschnittsteam wie Schwaz in die Hosen geht.

Kreisanspiel

Es hat wohl keine Partie in den letzten Jahren gegeben, in der Kreisläufer Fabian Posch ohne Torerfolg blieb. Der rot-weiß-rote Teamspieler vergab seine Einschussmöglichkeiten, wurde aber von seinen Mitspielern auch viel zu wenig forciert.

Konzeptloses Offensivspiel

Die mangelnden Kreisanspiele stehen auch im Zusammenhang mit einem zeitweise konzeptlosen Angriffsspiel, in dem viel zu wenig Bewegung herrschte. Vor allem im Finish wurde versucht, über Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen. Vergeblich. Alles zu langsam und unbeweglich.

Duell der Spielmacher

Dies ging diesmal ganz klar an den Ex-Kremser Gerald Zeiner, dessen Team sich hervorragend auf die Kremser eingestellt hatte.

„Müssen in Bärnbach anderes Gesicht zeigen“

Obmann Josef Nussbaum nimmt für das Auswärtsspiel (Bärnbach/Köflach - Krems, Samstag 19 Uhr) auch Trainer Thaqi in die Pflicht: „Ibish ist nun gefordert. Zwei Punkte sind Pflicht, denn schon im nächsten Heimspiel kommt Hard.“

Dessen ist sich Thaqi durchaus bewusst: „Ich bin schockiert. Diese Vorstellung war unentschuldbar und irgendwie auch nicht zu erklären, da die Mannschaft in den Testpartien bereits gut harmoniert hatte.“

Eines aber vermisste Thaqi besonders: das Kämpferherz seiner Schützlinge: „Wenn das nicht wieder in der Steiermark zu schlagen beginnt, werde ich zu drastischen Maßnahmen greifen müssen!“ Detaillieren wollte der Chefcoach die angedachten Maßnahmen aber (noch) nicht.

Die Wachauer wollen nun ihrer Favoritenrolle mit einem vollen Erfolg gerecht werden. Aufstehen heißt es jetzt und wieder kämpfen bis zur letzten Minute, dann sollte die durchaus vorhandene Qualität des rot-gelben Ensembles auch den Unterschied ausmachen.