70 Jahre Kremser Tennisklub. Der „KTK“ ist auch wegen seines tollen Platzambientes über die Bezirksgrenzen bekannt. Drei prägende Klubcharaktere sprechen über ihre große Liebe „KTK“.

Von Bert Bauer. Erstellt am 24. September 2020 (05:51)
Die Kremser Tennis-Legende Peter Strizik, Präsident Martin Winkler und Johannes Höhrhan (von links) lassen70 Jahre Klubgeschichte des Kremser Tennisklubs mit persönlichen Erlebnissen Revue passieren.
Bert Bauer

Ein Kremser Traditionsklub blickt mit Stolz auf seine Geschichte. Nicht nur das traumhafte Areal an der Donau, sondern auch die vielen engagierten Mitglieder drückten im Laufe der Jahre dem KTK ihren Stempel auf. Die NÖN sprach mit drei Persönlichkeiten verschiedener Generationen über ihre enge Verbindung zum KTK.

Peter Strizik, 79

Strizik ist heute noch passionierter Spieler, war Funktionär, auch mit der sportlichen Leitung betraut und im Verband aktiv. Zum „weißen Sport“ ist er über seinen Vater gestoßen. „Tennis wurde meine zweite Ehe“, brachte Strizik seine Liebe zur Filzkugel auf den Punkt. Der pensionierte Unternehmensberater stieß erst mit 15 zum Tennis: „Damals gab es noch keine Schläger für Kinder. Wir haben die Spielpausen der Erwachsenen genutzt, um mit deren Rackets die eine oder andere Rallye zu spielen!“ Noch heute schwärmt Strizik von den gemeinsamen Fahrten mit Hannes Futterknecht zu den Turnieren: „Fuzzy ging nie der Schmäh aus. Zudem war er stets ein wertvoller Mitspieler und Kamerad!“

Dass Tennis auch in Krems in den 80er und 90er Jahren den Ruf als Upper-Class-Sport hatte, bestreitet die KTK-Institution nicht: „Wir hatten zu Musters Glanzzeiten einen so immensen Zulauf, dass wir hohe Aufnahmegebühren und Mitgliedsbeiträge vorschreiben mussten. Jeder Neueinsteiger hatte ein Leumundszeugnis vorzuweisen.“

Seine Fachkenntnis offenbarten sich mit einer Entscheidung im Jahr 2000: „Johannes Coreth und ich haben Wolfgang Thiem zum NÖTV-Trainer bestellt, weil wir damals schon von seinen Qualitäten überzeugt waren.“

Was sich der Doyen für die KTK-Zukunft wünscht? „Die Zugpferd-Rolle im Bezirk festigen, Tennis als Breitensport anbieten und die Teams mit Eigenbauspielern weiterentwickeln.“

Martin Winkler, 56

Dem Klubpräsidenten blieb es in seiner Kindheit versagt, als Kicker dem runden Leder nachzujagen: „Mein Vater war dagegen, aber Bälle haben mich immer angezogen.“ So begann Winkler beim KTK als Ballbube: „Mit zehn Jahren habe ich dann nicht mehr bei meinen Eltern nach Fußball gefragt.“

Sein Förderer und erster Trainer war Gerhard Kellner senior. „Den Topspin hat mir Bertl Joksch beigebracht.“ Die viel zu früh verstorbene KTK-Legende hatte damals schon realisiert, dass dieser Schlag sowie die beidhändige Rückhand die Tenniswaffen der Zukunft sind.

Bertl Joksch startete seine Tennislaufbahn übrigens ebenfalls als Ballbube. Die Trainer verließen öfter vorzeitig den Platz, sodass Joksch danach mit den Schülern weiterspielte. Martin Winklers Klubvision: „Den KTK stets auf einer soliden Basis halten, denn schon einmal stand man am Abgrund, als sich die Führung zur Jahrtausendwende beim Klubhausbau finanziell übernommen hatte.“

Johannes Höhrhan, 43

Im Gegensatz zu Winkler startete Johannes Höhrhan seine Sportkarriere mit Fußball: „Als gebürtiger Obritzberger spielte ich in Statzendorf, aber dort ist auf einmal die Jugendmannschaft weggebrochen.“ Im BRG Ringstraße kam er mit Handball und dem UHK in Kontakt: „Ende der 90er Jahre gab es bekanntlich große Turbulenzen, und ich wechselte über meinen Freundeskreis zum KTK“, erzählt der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Wien.

Als geschäftsführender Präsident, ident mit der Funk tion eines Obmanns, sieht Höhrhan in der forcierten Jugendarbeit mehrere Vorteile: „Wenn Kinder Tennis spielen, kommen die Eltern auf den Platz und nehmen vielleicht auch wieder ein Racket in die Hand.“ Wirtschaftlich wird unter Höhrhan jährlich ein Konzept mit lokalen Sponsorpartnern erarbeitet.