UHK Krems: Remis als gefühlte Niederlage

Nach dem Auswärtserfolg gegen die Fivers wurden die Kremser im Heimspiel gegen West Wien ihren Ansprüchen nicht gerecht. Am Ende mussten Jochmann & Co sogar heilfroh sein, dass gegen eine hochmotivierte gegnerische Youngster-Truppe noch ein Zähler ins Trockene gerettet werden konnte.

Bert Bauer
Bert Bauer Erstellt am 25. September 2021 | 10:02

UHK KREMS - WEST WIEN 29:29 (13:14). Schon die ersten Minuten der Partie offenbarten, dass die Wiener gegen den Favoriten alles andere als ein williges Schlachtopfer abgeben wollten. In der Defensive wurde konsequent zugegriffen und die vielen Fehler der Heimischen ganz im Fivers-Stil zu schnellen Kontern genützt. Kein Wunder, dass UHK-Trainer Ibish Thaqi nach knapp 13 Minuten Lukas Nikolic und Sebastian Feichtinger auf die Platte beorderte, nachdem Romas  Kirveliavičius und Gašper Hrastnik im Angriff keine brauchbaren Lösungen fanden, um den Gästeriegel mit ihrem starken Keeper Constantin Möstl entscheidend zu knacken. Diese Maßnahme zeigte aber nur kurz Wirkung. Die Wachauer glichen  durch Matthias Führer zum 7:7 (17.) aus, um gleich darauf wieder klar in Rückstand zu geraten. Dem Ex-West Wien-Flügel Mathias Führer war es zu verdanken, dass die "Gelb-Roten" bis zur Pause wieder auf Schlagdistanz herankamen. Ausgerechnet "Matze" Führer, ein West Wiener Urgestein, demonstrierte gegen seine früheren Kameraden, dass er in den letzten beiden Saisonen bei den "Glorreichen Sieben" zu Unrecht aufs Abstellgleis gestellt worden war und diesmal zurecht nach dem Spiel als bester UHK-Akteur im gelb-roten Jersey geehrt wurde..

Kremser kamen noch mit blauem Auge davon

Gleich nach dem Seitenwechsel zog das Ensemble von Michael Draca abermals auf 19:15 davon. Während die Gäste die bewährte Achse mit UHK-Spielmacher Jochmann und Kreisläufer Fabian Posch zumeist erfolgreich unterbinden konnten, fanden die schnellen West Wien-Spieler immer wieder Lücken im heimischen Deckungsblock. Schön langsam wurde man sich aber im Kremser Lager der Ernsthaftigkeit der Lage bewusst. Die Thaqi-Schützlinge legten einen Zahn zu und gingen durch einen Treffer von Jakob Jochmann zum 23:22 (44.) erstmals in diesem Spiel in Führung. Die Schlussphase entwickelte sich zu einem Paarlaufen, in dem der Traditionsklub aus der Bundeshauptstadt stets knapp die Nase vorne hatte. Beim Stand von 28:28 scheiterte Tobias Auß an Goalie Möstl. Elias Kofler brachte West Wien abermals in Front, ehe Sebastian Feichtinger 22 Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich zum Endstand von 29:29 erzielte. Der Schuss vor den Bug sollte ein Zeichen sein, dass die Favoritenrolle in der HLA-Meistergruppe nicht ausreicht, um nach 60 Minuten locker zwei Punkte eintüten zu können.

Tore UHK Krems:    Jakob Jochmann (6/1), Romas Kirveliavičius (5), Tobias Auß (4), Matthias Führer (8), Fabian Posch (3), Kenan Hasecic (1), Sebastian Feichtinger (2).