Dopingsperre für Mauterner Hobbyläufer. Der Mauterner Hobbyläufer Jürgen Teichtmeister wurde wegen der Einnahme von Clenbuterol für vier Jahre gesperrt.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 27. August 2019 (06:08)
Archiv
Jürgen Teichtmeister war als einer der besten Langstreckenläufer im Bezirk Krems bekannt. Jetzt ist sein Ruf ruiniert. Foto: Archiv

Die Laufsportszene im Bezirk Krems und darüber hinaus ist schockiert: „Ich hätte ihm das nie zugetraut.“ „Unglaublich!“ „Warum macht er das?“ Jürgen Teichtmeister, 45-jähriger Hobby-Langstreckenläufer, hat gedopt. Der Mauterner, zuletzt in Diensten des ULV Krems, nahm im Jahr 2016 die verbotene Substanz Clenbuterol in Form von Tabletten zu sich. Die österreichische Anti-Doping-Rechtskommission sperrte ihn für dieses Vergehen für vier Jahre. Teichtmeister darf in dieser Zeit an keinen Wettkämpfen teilnehmen.

„Habe mir gedacht, es wird nichts passieren“

Bestellt hatte sich Teichtmeister die Tabletten über das Internet. Als die Kriminalpolizei Ermittlungen gegen die Anbieter der Substanzen aufnahm und schließlich auch an die Kundendaten kam, flog der Hobbyathlet auf. Anfang 2019 rief ihn die Polizei an. Teichtmeister hat sofort gestanden. „Ich habe mir gedacht, es wird nichts passieren. Ich hätte nie geglaubt, dass man ohne Kontrolle gesperrt werden kann“, erzählt der Dopingsünder gegenüber der NÖN.

Die Inspiration, Clenbuterol zu probieren, habe er sich vom ehemaligen Rad-Profi Alberto Contador geholt. Dem Spanier wurden sein Sieg bei der Tour de France 2010 und dem Giro d‘Italia 2011 wegen Clenbuterol-Dopings aberkannt. „Daraufhin habe ich das einfach gegoogelt und gesehen, dass man das online um 40 Euro kaufen kann. Ich war einfach neugierig“, erklärt Teichtmeister. Dass die Einnahme von Clenbuterol strafbar ist, sei ihm bewusst gewesen.

An einem Wettkampf habe er nicht unter dem Einfluss der Substanz teilgenommen, beteuert Teichtmeister. „Ich habe es nur für mich im Training probiert. Nach einer Woche bin ich aber draufgekommen, dass es mir schlechter geht. Ich habe davon Fieber bekommen.“ Danach habe er die Tabletten nie wieder eingenommen, sie „in den Keller gelegt“.

Nach seinem Geständnis bei der Kripo hat Teichtmeister im Mai eine Stellungnahme bei der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) abgegeben. Am 21. Juli sprach das österreichische Anti-Doping-Exekutivorgan,  die ÖADR, die vierjährige Sperre aus. Teichtmeister hat keine Rechtsmittel dagegen eingelegt.

Zöbinger Gintenstorfer hat „kein Verständnis“ dafür

Dass seine sportliche Karriere vorerst beendet ist, sei dem zweifachen Familienvater „wurscht“. „Es belastet mich viel mehr, dass mein Ruf ruiniert ist. Jetzt bin ich abgestempelt als Doper.“ Strafrechtlich hat Teichtmeister keine Konsequenzen zu befürchten, da er die Tabletten nicht weitergegeben hat.

Ein langjähriger Weggefährte Teichtmeisters ist Wolfgang Hiller, das Aushängeschild über die Langstrecke im Bezirk Krems. Die Nachricht von der Dopingsperre seines früheren Trainingspartners war ein Schock für ihn. „Ich hätte nie damit gerechnet, das passt überhaupt nicht zu ihm.“

„Kein Verständnis“ für Teichtmeisters Betrug hat Philipp Gintenstorfer, erfolgreicher Amateuerläufer aus Zöbing. Der Spezialist über die fünf und zehn Kilometer hätte gerne eine längere Strafe für seinen ehemaligen Kollegen beim ULC Langenlois gesehen. „Vier Jahre sind lächerlich. Sportler sollten sich nicht einmal mehr trauen zu dopen. Eine lebenslange Sperre wäre die einzige Konsequenz.“

Wünschen würde sich Gintenstorfer auch stichprobenartige Kontrollen bei Amateurläufen, die es bis dato überhaupt nicht gibt. Ein Vorschlag, den auch ÖADR-Vorsitzender Gerhard Propst für sinnvoll erachtet. Das Problem: die mangelnden Mittel. „Es scheitert nicht nur am Geld, sondern auch an den Kapazitäten. Fachleute müssen ausgebildet werden. Kontrolleur zu sein, ist nicht wirklich ein spannendes Geschäft.“