UHK Krems: Und wieder grüßt das Murmeltier. Hard ist so wie beim sensationellen Cuperfolg 2010 der Semifinal-Gegner, aber die Vorbereitung verlief nicht nach Wunsch.

Von Bert Bauer. Erstellt am 16. April 2019 (03:05)
Bert Bauer
Werner Lint, heute Sportlicher Leiter des UHK, 2010 im Einsatz gegen die Fivers.

Neun Jahre sind vergangen, als die Kremser 2010 als großer Außenseiter den hohen Favoriten Hard im Semifinale aus dem Bewerb warfen und dafür sorgten, dass zum Endspiel gegen die Fivers in der Sporthalle am See gähnende Leere herrschte.

Werner Lint, Sportlicher Leiter des UHK, war damals als Spieler mit von der Partie und erinnert sich: „Wir lagen schon 4:12 zurück, dann wurde auch noch Andras Bozso zu Unrecht ausgeschlossen. Das hat dann das letzte Adrenalin in unsere Adern gepresst.“

„Dass Martin Abadir die Wiener kurz vor Schluss in die Verlängerung rettete, verzögerte nur die Sensation“, kommt der frühere Kreisläufer ins Schwärmen. „Dann verzweifelten die Fivers an unserem herausragenden Keeper Wolfi Filzwieser. Die Freudentänze danach habe ich heute noch gut im Kopf“, so Lint, der bei der Heimfahrt im Bus zum Partytiger mutierte: „Präsident Bernhard Lackner haben wir dann live mittels Telefon ein Ständchen gesungen.“

Zurück zur Gegenwart: Nach der Bonusrunden-Heimniederlage gegen die Harder sind Zeiner & Co im Halbfinale zweifellos Favorit. Aber auch hier tut sich eine vielversprechende Querverbindung zu 2010 auf: Die Wachauer hatten eine Woche vor dem Final-Four im Meister-Play-off auswärts eine unglückliche 31:32-Niederlage gegen die Vorarlberger ausgefasst, de facto ebenfalls die „Generalprobe“ verhaut.

„Die Burschen sind bis in die Haarspitzen motiviert“, ist Lint überzeugt. Als spezielle „Motivationsspritze“ hängte Teambetreuer Harald Vaishor die NÖN-Artikel vom Cupsieg 2010 in der Mannschaftskabine auf.

Die Motivationsspritze haben die Moser-Boys nötig, denn die Vorbereitung zum Final-Four verlief letzte Woche alles andere als optimal. „Ich hatte am Freitag nur vier Spieler beim Training zur Verfügung“, verkündete Trainer Ibish Thaqi mit sorgenvoller Miene.

Jakob Jochmann und Fabian Posch stoßen vom Nationalteam erst heute, Dienstag, zur Mannschaft, Oliver Nikic und Tobias Auss bestritten mit der rot-weiß-roten Junioren-Equipe zwei Länderspiele gegen Tschechien, Michal Shejbal war für die Slowakei in Považská Bystrica gegen Dänemark (EM-Quali) im Einsatz.

Zu den Ausfällen gesellten sich Lucian Fižuleto (überknöchelte beim Training) sowie David Nigg und Gàbor Hajdu (Virusinfekt).

Ibish Thaqi ist dennoch zuversichtlich, was den Schlager gegen Hard betrifft: „Wir müssen trachten, die körperlich starke Harder Deckung mit Tempo auseinanderzunehmen und in der Defensive den Zugriff zu finden, dann ist alles möglich!“