Schwarzenbach: Das Wohnzimmer der Grasskiläufer

WSV Traisen und BSV Voith als perfekte Gastgeber bei den FIS-Rennen in Schwarzenbach. Heimische Talente zeigen ihre Klasse.

Erstellt am 30. Juni 2021 | 00:34
Lesezeit: 4 Min
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Die österreichischen Vertreter bei den FIS-Rennen mit den Organisatoren Reinhard Zickbauer (l.) und Markus Posch (r.).
Foto: privat, privat

Am Wochenende wurden in Schwarzenbach (St. Veit) etliche FIS-Rennen von den Partnervereinen BSV Voith und WSV Traisen veranstaltet. Markus Posch vom WSV Traisen hieß alle Athletinnen und Athleten, sowie Helfer, Betreuer und Besucher im „schönsten Grasskizentrum Österreichs“ Willkommen und kommentierte sowohl samstags als auch sonntags sämtliche Bewerbe samt Siegerehrungen.

Lilienfelder Schön wird erstmals Zweiter

Speedrennen zum Auftakt. 44 Damen und Herren aus vier Nationen gingen am ersten Renntag beim 450 Meter langen Super-G an den Start. Und die drei Österreicherinnen unter den vierzehn Starterinnen konnten Top-10-Plätze belegen.

Die Burgenländerin Kristin Posch, die schon in der Vorwoche bei ihren Heimrennen in Rettenbach dominieren konnte, ging erneut als Siegerin hervor. Die Rabensteinerin Daniela Krückel, die für den BSV Voith startet, hat nur knapp das Stockerl verpasst und wurde Vierte. Die erst 16-jährige Lara Teynor kam als Neunte ins Ziel.

Noch erfreulicher war das Abschneiden beim Speedbewerb der Herren, bei dem sich unter den dreißig Athleten auch fünf Grasski-Asse aus Österreich befanden. Der junge Lilienfelder Leopold Schön bestätigte seine Form von letzter Woche und konnte seine dritten Platz sogar nochmals toppen. Er jubelte diesmal über Platz zwei, musste sich nur um zwei Hundertstel dem Burgenländer Roland Schlögl geschlagen geben.

Zum österreichischen Dreifachsieg fehlten Youngster Sebastian Posch vom WSV Traisen nur drei hundertstel Sekunden. Der SLZ-Absolvent wurde Vierter hinter dem Tschechen Martin Bartak. Auch für den Voithler Michael Krückel ging es knapp her im Kampf ums Stockerl, denn ihm fehlte nur eine Zehntel (6.). Sebastian Lemp Pfannenstill holte Rang 17.

Daniela Krückel am RTL-Podest. Im vom Italiener Roberto Parisi gesetzten RTL in zwei Durchgängen waren die Niederösterreicher sehr erfolgreich. Teynor konnte den achten Platz belegen und Krückel schaffte als Dritte sogar den Sprung aufs Podest. Vor ihr landeten nur die Tschechin Alena Vesela und Kristin Posch. Im RTL der Herren siegte Schlögl, Sebastian Posch wurde Fünfter, Michael Krückel Sechster und Schön Neunter.

Ausfallsorgie im Slalom. Hitzig ging es dann am Sonntag nicht nur wettertechnisch weiter, denn im sehr selektiven Slalom konnten nur knapp die Hälfte der Starter ein Ergebnis einfahren. Schlögl landete im Herrenslalom erneut am Podest. Von den Niederösterreichern kamen nur SLZ-Schüler Sebastian Lemp-Pfannenstill (13.) und Michael Krückel (16.) in die Wertung. Auch Schwester Daniela Krückel konnte im Slalom nicht an die Erfolge vom Vortag anknüpfen. Dafür konnte die Niederösterreicherin Teynor den sechten Platz erzielen, Kristin Posch wurde Zweite.

Nachwuchs war mehr als ein Pausenfüller

Zwischen den zwei FIS-Rennen der „Großen“ steckte am Samstag Fausto Cerentin einen 400 Meter langen FIS-Slalom (zwei Durchgänge) für 35 Kinder der Jahrgänge 2006 bis 2013 aus Deutschland, Italien, Tschechien und Österreich. Sechs Talente vertraten Österreich, vier davon Niederösterreich.

Doppelsieg für Voith. Die Voith-Starterin Christina Zickbauer holte bei ihrem ersten FIS-Rennen gleich den Sieg in der Klasse Schüler 10, unmittelbar gefolgt von Freundin und Teamkollegin Marie Prochaska. Für den WSV Traisen startete der Wilhelmsburger Florian Köberl. Der MD-Ski-Schüler wurde Dritter.

In der Klasse Schüler 16 weiblich konnte sich Simone Gschaider nicht gegen ihre um ein Jahr älteren Mitstreiterinnen durchsetzen, die 2007 geborene Niederösterreicherin war aber als Siebente mit zwei beherzten Fahrten als Jahrgangsbeste gut platziert.

Voith-Duo legt nach. 36 Kinder standen am Sonntag beim FIS-RTL in zwei Durchgängen am Start. Die jüngsten Starterinnen für Niederösterreich — Marie Prochaska und Christina Zickbauer — lieferten sich erneut ein spannendes Duell um den Klassensieg. Zickbauer hatte auch an diesem Tag das bessere Ende für sich.

Für den WSV Traisen startete am Sonntag erstmals Simon Fritz bei einem Grasski-Rennen und lachte gleich als Dritter der Klasse Kinder 12 männlich vom Podest. Teamkollege Florian Köberl verpasste in der Klasse Schüler 14 als Vierter das Stockerl knapp. Im starken Starterfeld der Schüler 16 weiblich musste sich Simone Gschaider als tolle Jahrgangszweite allerdings mit dem neunten Platz begnügen.

Hirschhofer gab Tipps. Nach Jahrzehnten als österreichisches Aushängeschild und weltweite Grasski-Ikone war Ingrid Hirschhofer nicht mehr selbst am Start. „Als Betreuerin für die Kinder und Jugendlichen war sie aber mit dabei und gab den Nachwuchstalenten wertvolle Tipps, was sich in den tollen Leistungen unserer jungen Niederösterreicher widerspiegelt“, freute sich Trainer Hannes Posch über die tolle Unterstützung und war sehr zufrieden mit den Leistungen seiner Athleten.

Hink-Eis für alle. Als Ehrengäste konnten Traisens Bürgermeister Herbert Thumpser mit seiner Gattin Monika, sowie Josef Indra als Vertreter des österreichischen Gewerkschaftsbunds begrüßt werden. Kurz vor der Siegerehrung gab es ein besonderes Schmankerl für alle Anwesenden: Florian Hink sponserte vier Sorten köstliches Eis und nicht nur die Kids naschten bei der enormen Hitze herzhaft. „Ein leckerer Abschluss des Rennwochenendes im wohl schönsten Grasskizentrum Österreichs“, freute sich auch Reinhard Zickbauer vom BSV Voith.