Lena Pressler holt sich bereits ihren fünften Titel

Aktualisiert am 29. Juni 2022 | 07:23
Lesezeit: 7 Min
Mit erst 21 Jahren ist die St. Veiterin über 400-m-Hürden ein Fixstern in Österreich.
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Zum ersten Mal in der Geschichte fanden in St. Pölten die Staatsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse statt. Mt „Rückenwindgarantie“ und tollen äußeren Bedingungen war das Sportzentrum NÖ ein guter Boden für tolle Leistungen:

„Eigentlich unglaublich, dass es bei der Tradition der St. Pöltner Leichtathletik nie zuvor gelungen ist, die Staatsmeisterschaften hier zu veranstalten“, wunderte sich auch Sportunion-Leichtathletik-Obmann Gottfried Lammerhuber, dass es weder in der Ära von Liese Prokop in den 60er Jahren, noch in der Ära von Futterknecht und Co., einem seiner Vorgänger gelungen ist, die Titelkämpfe nach St. Pölten zu lotsen.

Dabei sei die Anlage der Sportunion damals durchaus konkurrenzfähig mit anderen Leichtathletikstadien in Österreich gewesen. „Aber der Aufwand ist groß und die Ressourcen an freiwilligen Helfern knapp“, bedankt sich Lammerhuber „bei allen, die mitgeholfen haben, den Event heuer auf die Beine zu stellen“.

Athleten zeigten sich vom Event begeistert

Die Resonanz bei den Athleten war großartig, alle zeigten sich begeistert. Auch die für die Union St. Pölten startende St. Veiterin Lena Pressler freute sich über Staatsmeisterschaften auf ihrer Heimbahn. Von den Lokalmatadoren glänzte sie besonders. Die klare Favoritin über 400-m-Hürden setzte sich erwartet klar durch, gewann in 57,77.

„Ein ziemlich guter Lauf, in dem ich den Rhythmus gut halten konnte“, war sie danach auch gleich wieder bei Kräften, was öfter nicht der Fall ist. „Ein Zeichen, dass ich wohl etwas zu langsam angelaufen bin, als Reaktion auf meinen Harakiri-Start im letzten Rennen“, meinte Pressler, die mit erst 21 Jahren bereits ihren fünften Staatsmeistertitel einheimste.

Und zur Trainingsgruppe von Pressler gehört auch Leo Köhldorfer (ULC Linz Oberbank). Der sorgte von Beginn an für ein schnelles Tempo und lag anfangs der Zielgerade noch klar vor Niklas Strohmayer-Dangl (Akademie Eisenstadt). Letztlich trennten die beiden Rivalen nur zwei Hundertstel, wobei der Oberösterreicher in 50,65 mit neuem Landesrekord die Oberhand behielt. Sehr zur Freude auch von Pressler und Trainerin Viola Kleiser, die sich somit übers 400-m-Hürden-Double freuen durfte.

Presslers St. Pöltner Teamkollegin Magdalena Lindner, die aber wie Ivona Dadic bei Philipp Unfried trainiert, holte sich wie erwartet den Staatsmeistertitel mit 11,63 (+0,5m/s) über 100 Meter, war mit der Zeit aber unzufrieden. „Der Startschuss war für alle Mädels kaum wahrzunehmen, weshalb wir alle zu spät gestartet sind“, ärgerte sie sich, dass der Start nicht wiederholt wurde. „Ich bin daher nicht gut ins Rennen gekommen und der Staatsmeistertitel ist nur ein schwacher Trost“, klagte sie.

Pressler in St. Pöltens 4x100-m-Rekordstaffel

Mehr als ein Trostpflaster war aber auch für sie der Lauf am zweiten Wettkampftag in der 4x100-m-Frauenstaffel der Union St. Pölten. Schon im Vorfeld hatte Lammerhuber angekündigt, einen Angriff auf den eigenen ÖLV-Rekord für Vereinsstaffeln sehen zu wollen. Und das Vorhaben gelang in beeindruckender Manier! Ivona Dadic, Magdalena Lindner, Lena Pressler und Moyo Bardi waren nach 4x100 Meter um acht Hundertstel schneller als 2020. 45,59 Sekunden lautet die neue Bestleistung.

Dadic war am Sonntag auch noch beim Kugelstoßen am Start und sicherte sich mit nur sechs Zentimetern Rückstand auf versilberte Hammerwurfmeisterin Bettina Weber Bronze. Gold mit der exakt selben Weite wie Weber (13,98 Meter), aber dem besseren zweiten Wurf, sicherte sich Christina Scheffauer (IAC).

„Wenn der Körper funktioniert, geht es bei mir auch ganz schnell wieder bergauf“, war Dadic zufrieden. „Die Zeit über die Hürden war mega, nur bei der Kugel habe ich noch einen technischen Fehler drinnen, der sich stark auf die Weite auswirkt“, sah sie aber einen Fortschritt in Hinblick auf die WM. „Jetzt habe ich das Selbstvertrauen, um in Eugene eine gute Punktezahl machen zu können.“

Eine nicht unerwartete Goldene für die Heimischen gab es dann noch im Hammerwurf der Männer. Killian Moser gelang die Titelverteidigung mit neuer persönlicher Bestleistung von 55,34 Metern.

Der St. Veiter Dzenan Skoric belegte am Sonntag bei den österreichischen Meisterschaften in den Langstaffeln in der U-18-Klasse im Rahmen der Staatsmeisterschaften mit den St. Pöltnern Paul Kainrath und Christoph Scheuch den vierten Platz.