Ein 17-jähriger Traisner düpiert die Konkurrenz

Erstellt am 03. August 2022 | 02:17
Lesezeit: 3 Min
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Von Null auf 80 km/h praktisch noch im selben Augenblick. Nur die Traktion muss man mit Feintuning richtig hinbekommen. Auf dem neuen Kunstrasen am Staatsmeisterschaftsgelände in Allhartsberg ist das Niklas Wieser am besten gelungen.
Foto: privat
Niklas Wieser holt sich den Staatsmeistertitel in der Königsklasse der Elektrobuggys.
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Der Traisner Philip Wieser ist im Langlaufsport eines der größten österreichischen Talente und im Winter seit Jahren in der NÖN präsent. Nur die letzte Saison musste er verletzungsbedingt frühzeitig beenden. Jetzt steckt er aber schon wieder voll im Sommertraining. Als Ausgleichssport betreibt er seit Jahren den Modellsport mit seinem Vater Alois.

Philips jüngere Bruder Niklas war auf ihrem Trainingsgelände in St. Aegyd natürlich von frühester Jugend an immer dabei. „Und mittlerweile hat er mich längst überflügelt“, muss Philip zugeben. Wie gut er wirklich ist, zeigte Niklas am Wochenende bei den Staatsmeisterschaften in Allhartsberg (Bez. Amstetten). Er sicherte sich den Titel in der Königsdisziplin, den 1:8-Elektro-Buggys.

Ein Buggy ist ein ferngesteuertes Modellauto, das auf einem Rundkurs mit Lehmuntergrund bewegt wird und Sprünge gehen oft bis zu 15 Meter weit. Bei den Titelkämpfen bestand der Streckenuntergrund nun aber erstmals aus Kunstrasen. Eine Neuerung, mit der sich Niklas besonders gut zurechtfand. Schließlich starten in seiner Klasse auch ganz erfahrene Piloten, die bei Europameisterschaften regelmäßig unter den Top 12 landen. Gegen den Traisner zogen sie diesmal aber klar den Kürzeren.

„Der Modellsport ist in Österreich eine beachtlich große Szene, bei der sich Jung und Alt trifft und miteinander misst, das ist alles sehr professionell aufgezogen“, zeigt auch Bruder Philip Hochachtung vor der Leistung seines „kleinen“ Bruders.

Dass die Titelkämpfe in der Gemeinde stattfanden, wo der Vater der beiden Brüder aufgewachsen ist, sei übrigens reiner Zufall gewesen, erklärt Philip Wieser. Da gibt es halt auch einen Verein und die hätten sich schon im letzten Jahr für die Titelkämpfe beworben und den Zuschlag erhalten. „Aber meinen Vater hat‘s natürlich besonders gefreut, das war für ihn quasi das i-Tüpfelchen, das sein Sohn die Allhartsberger in ihrem Revier bezwingen konnte“, lacht Philip.

„Ich hab als Zwölfjähriger dort mit dem Modellsport begonnen, allerdings bin ich damals lieber mit Flugzeugen geflogen und auch nicht wettbewerbsmäßig“, erklärt Vater Alois, der seinem Jüngsten zusammen mit Philip auch beim Tuning seines Buggys hilft. „Die Jungs haben den Modellsport in den Genen und ich kann auch nicht davon lassen“, lacht der Altvordere des Familienclans.