Labenbacher sitzt fest im Sattel. Lilienfelder Bürgermeister wird am Freitag einstimmig als Präsident des LSV-NÖ bestätigt. Wahl im Stift als „Heimrennen“.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 16. Juni 2021 (01:28)

Ein „Heimrennen“ war die Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahl im Stift Lilienfeld für Wolfgang Labenbacher. Einstimmig wurde der Lilienfelder Bürgermeister per Handzeichen als Präsident des LSV NÖ bestätigt und „sein“ Vorstand dann auch neu gewählt. Die blau-gelbe Skiszene bleibt also fest in Lilienfelder Hand.

„Bitte kandidiere wieder als Vizepräsident, wir brauchen Dich und Deine Expertise im neuen ÖSV-Vorstand!“ Appell vom frisch gewählten LSV-NÖ-Präsidenten Wolfgang Labenbacher an den bei der Hauptversammlung anwesenden Michael Walchhofer

Dass keine schläfrige Stimmung im altehrwürdigen Dormitorium aufkam, dafür sorgte die Rede Labenbachers selbst, mit der er sich der Wiederwahl stellte. Nach Grußworten von Hausherr, Abt Pius Maurer und Sportlandesrat Jochen Danninger, sowie einer Gedenkminute für die Verstorbenen der NÖ Skifamilie im letzten Jahr, allen voran Herbert Schoder und Helmut Gruber, sowie zuletzt noch Traisens Franz Umgeher und Franz Forster, skizzierte Labenbacher für die anwesenden Funktionäre der Mitgliedervereine nochmals die Position des NÖ Skiverbands, die bei der Findung des Nachfolgers von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel eingenommen wurde. Labenbacher gilt ja gemeinhin als „Königsmacher“ des neuen designierten Präsidenten Karl Schmidhofer (die NÖN berichtete ausführlich).

In seiner Rede, bei der für den ÖSV der unterlegene Päsidentschaftskandidat und aktuelle Vizepräsident Michael Walchhofer anwesend war, hob Labenbacher nochmals hervor, dass für den LSV-NÖ nach einem ausgiebigen Hearing ganz klar Walchhofer die erste Wahl gewesen sei. Erst als klar wurde, dass für den besten Kandidaten keine Mehrheit zu finden ware, zog Labenbacher dann den Alternativkandidaten aus dem Hut.

Renate Götschl war für den LSV-NÖ derzeit noch nicht als Präsidentin geeignet, die Wahrscheinlichkeit aber, dass sie es werden könnte, doch recht groß. „Sie ist für diese Position nicht erfahren genug, da bestand die Gefahr, dass zweimal in der Woche Alt-Präsident Schröcksnadel mit Anrufen interveniert hätte. Doch wir benötigen einen neuen Präsidenten, der selbst stark ist und seine eigene Linie vertritt“, betonte Labenbacher. Und das sehe er mit Schmidhofer gewährleistet. Dennoch appellierte er an Walchhofer: „Bitte kandidiere wieder als Vizepräsident, wir brauchen Dich und Deine Expertise unbedingt im neuen ÖSV-Vorstand!“

Walchhofer machte diesbezüglich in seiner Rede dann zwar noch keine fixe Zusage, ließ aber zumindest durchblicken, dass er sich das vorstellen kann. „Wenn der ÖSV das will, dann werde ich mithelfen“, betonte er, dass er keinen Groll deshalb hege, nun nicht Präsident geworden zu sein. „Ich habe ein Angebot gemacht und hätte mich gefreut, wenn es angenommen worden wäre, aber es fällt für mich jetzt auch keine Welt zusammen, weil es nicht passiert ist.“

„Erstmals im Geburtsort des modernen Skilaufs“

Die Mitglieder des NÖ Skiverbands im Saal hatte Walchhofer aber sowieso bereits mit seinem Einleitungssatz gewonnen: „Endlich habe ich die Gelegenheit, den Ort zu besuchen, wo der moderne Skilauf seinen Ausgang nahm. Ich wollte schon immer das Zdarsky-Museum in Lilienfeld besuchen, jetzt kann ich das von meiner Tod-do-Liste streichen. Zdarsky hat wirklich Großes für den Skiport geleistet. Wir in Westösterreich wissen das oft gar nicht richtig einzuschätzen!“

Auch sonst herrschte bei der Sitzung Harmonie. Von den Leistungen der Ski Alpinen berichtete Labenbachers Stellvertreterin Michaela Dorfmeister. Fünf Athleten befänden sich nach dem Ausscheiden des Frankenfelsers Marc Digruber, der nach seiner Verletzung nicht die nötigen Punkte bei seinen Weltcupeinsätzen in der Vorsaison zusammengebracht hatte, derzeit noch om ÖSV-A-Kader. Von Digruber berichtete Dorfmeister, dass er nun mit einem eigenen Team, welches er selbst zusammengestellt habe, versuchen würde, doch nochmals ein Weltcupcomeback zu schaffen. „Dafür wünschen wir ihm vom Verband viel Erfolg“, meinte sie.

Snowboarder als Stars mit Weltmeister Karl

Die erfolgreichste und stolzeste Weltcupgruppe stellen aber in Niederösterreich traditionell die Snowboarder. Vom Weltmeistertitel Benjamin Karls und auch den tollen Erfolgen von Jakob Dusek, Felix Powondra und Co. berichtete Vizepräsident Michael Mangge „noch mit nassen Haaren“, wie er scherzhaft anmerkte. Er kam gerade von einem Training mit dem fünffahen Weltmeister Benni Karl und dem NÖ Nachwuchs aus Ebensee.

Michael Tod stellte sich als neuer Chef der Nordischen und Biathleten vor und wurde danach auch als neuer Vizepräsident in den Vorstand gewählt.

Einen Wechsel gab es in der Geschäftsführung des NÖ Skipools, nachdem Rechtsanwalt Christian Reiter künftig in den ÖSV wechseln soll. Die schwierige Aufgabe in (Post-)Covid-Zeiten Sponsoren für den NÖ Skiverband an Land zu ziehen, hat Joseph „Joe“ Miedl übernommen, der dafür sein Konzept präsentierte.

SC-Göstling-Obmann Robert Fahrnberger ließ dann anklingen, dass sein Verein anlässlich des 80-jährigen Bestehens nächstes Jahr die Hauptversammlung ausrichten könnte. Sein Satz „aber ich habe mit meinen Vorstandsmitgliedern noch nicht darüber gesprochen“, ging im Applaus unter. Es klang schon sehr nach einem Beschluss!